| 23:33 Uhr

Regionalverband Saarbrücken
Unwetterhilfe: 783 000 Euro sind ausbezahlt

Ein Unwetter fegte in der Nacht zum Freitag, 1. Juni, über die Gemeinde Kleinblittersdorf hinweg. Unser Bild zeigt Verwüstungen  im Ortskern von Kleinblittersdorf.      
Ein Unwetter fegte in der Nacht zum Freitag, 1. Juni, über die Gemeinde Kleinblittersdorf hinweg. Unser Bild zeigt Verwüstungen im Ortskern von Kleinblittersdorf.      FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Weil einige Regionalverbandsgemeinden nachträglich Schäden meldeten, können Opfer nun noch bis 30. September Hilfe beantragen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Sturzbäche nach sintflutartigen Regenfällen, wo sich sonst nur ein Rinnsal seinen Weg bahnt. Schlammlawinen an Hängen, weil diese die Wassermassen nicht mehr fassen können. Starke Sturmböen, die Gärten verwüsten und Dächer abdecken.


Solche Unwetter, die gar nicht mal lange dauern müssen, haben Anfang Juni in vielen Orten des Regionalverbands Saarbrücken teilweise dramatische Schäden angerichtet. Oftmals bleiben betroffene Menschen auf den Kosten sitzen, die sie begleichen müssen, um zumindest annähernd wieder eine heile Welt in ihrem Umfeld zu errichten. Der Grund: Vielen fehlt der Schutz einer Elementarversicherung, die für solche Schäden aufkommt. Vielerorts verweigern Agenturen solche Verträge von vornherein, weil Häuser in Überflutungsgebieten liegen und den Konzernen deshalb die Risiken einfach zu groß sind.

Damit Leidtragende nicht dem Ruin ausgeliefert sind, stellen das Saarland, die Landkreise sowie Städte und Gemeinden Geld bereit. So soll die größte Not gelindert werden. 2,5 Millionen Euro stehen dazu bereit, wie Lars Weber berichtet, Pressesprecher beim Regionalverband Saarbrücken. Eine Million Euro steuere die Landesregierung bei, die übrigen 1,5 Millionen kommen von den Landkreisen und Kommunen.



Im Regionalverband zahlten die Behörden bislang 783 000 Euro Soforthilfe aus, sagt Weber. Das Geld verteile sich auf 599 Anträge. Gesplittet: 522 Antragsteller setzten auf Soforthilfe von jeweils 1500 Euro. Hinzu kommen 77 Anträge auf Finanzhilfe für den Wiederaufbau mit individueller Summe.

Eigentlich war die Frist bereits Anfang September abgelaufen, Anträge zu stellen. Doch weil einige Gemeinden im Regionalverband nachträglich Schäden meldeten, können Opfer jetzt noch bis einschließlich 30. September beantragen, aus dem Hilfstopf finanzielle Unterstützung zu bekommen. Im Regionalverband seien zwölf Ortsteile berechtigt, Hilfe zu erhalten. Dabei handle es sich um jene Gebiete, die Anfang Juni am verheerendsten von den Unwettern betroffen waren.

In der Gemeinde Kleinblittersdorf gibt es zudem private Initiativen, die Spenden zusammenbringen, um die größte Not zu lindern. Nach Auskunft aus dem dortigen Rathaus kamen bislang rund 160 000 Euro auf drei Konten zusammen, zwei bei der Gemeinde und ein weiteres bei der evangelischen Gemeinde Obere Saar Bübingen-Güdingen, zu der auch Kleinblittersdorf zählt. Ein Spendengremium bemühe sich darum, das Geld gerecht zu verteilen. Dieser Gruppe gehören unter anderem die beiden Ortsvorsteher aus Kleinblittersdorf und Bliesransbach an, deren Orte am schlimmsten betroffen waren. Vertreter des Heimat- und Verkehrsvereins sowie des Männergesangvereins in Kleinblittersdorf gehörten ebenfalls dazu.

Der Rücklauf an Anträgen, was die staatlichen Hilfen betrifft, sei immens, bestätigt Regionalverbandssprecher Weber. „Nach Einschätzungen ist die bisherige Anzahl von rund 600 Anträgen auf Sofort- und Finanzhilfe durchaus eine beachtliche Größenordnung.“ Anfängliche Befürchtungen, komplizierte Formulare würden abschrecken und so Empfangsberechtigte lieber auf Geld verzichten, bewahrheiteten sich nicht.

Das betreffe auch die private Initiative in der Gemeinde Kleinblittersdorf, die durch viele Aktionen wie zum Beispiel Benefizkonzerte Geld zusammenbrachte. Und auch jetzt sollen fast täglich Spenden auf den Konten eingehen. Bislang sehe alles danach aus, dass die staatlichen Hilfszusagen ausgeschöpft werden.

Regen überflutete Straßen (hier in Bübingen) und Keller.
Regen überflutete Straßen (hier in Bübingen) und Keller. FOTO: dpa / BeckerBredel