Rat stimmt für Haushalt und Photovoltaik-Anlage

Rat stimmt für Haushalt und Photovoltaik-Anlage

Vor zehn Jahren gab es Streit, ob in Bliesransbach eine Photovoltaikanlage gebaut werden soll. Doch im Gemeinderat stimmten jetzt alle Fraktionen dafür. Das bedeutet aber noch nicht, dass die Anlage auch wirklich gebaut wird.

Der Gemeinderat von Kleinblittersdorf hat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag den Haushalt 2016 einstimmig beschlossen. Dabei rechnet die Gemeindeverwaltung mit einem Defizit von 1,5 Millionen Euro, das die gesamten Schulden der Gemeinde auf 27 Millionen Euro anwachsen lässt.

Einstimmiger Beschluss

Ebenfalls einstimmig und in nur einer Minute wurde die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Oben am Stockfeld" für den Ortsteil Bliesransbach beschlossen. Dabei geht es um das Aufstellen einer Photovoltaik-Anlage in der Nähe des Gutes Hartungshof in Bliesransbach. Vor zehn Jahren sollte auf demselben Grundstück schon einmal eine solche Anlage gebaut werden. Damals flogen in der Gemeinde und vor allem in Bliesransbach monatelang die Fetzen. Informationsveranstaltungen uferten in verbale Schlachten zwischen Befürwortern und Gegnern aus. Kampfabstimmungen im Orts- und Gemeinderat verhinderten schließlich die Anlage. Vor zwei Wochen entschied sich der Ortsrat von Bliesransbach einstimmig für das neue Projekt und am vergangenen Dienstag auch der Gemeinderat. "Ich wusste im Vorfeld auch nicht, ob es ähnlich abläuft wie vor zehn Jahren oder nicht. Letztlich ging alles sehr schnell, sachlich und völlig unkritisch über die Bühne", sagte Bürgermeister Stephan Strichertz. Ob tatsächlich eine Photovoltaik-Anlage gebaut wird, ist allerdings noch unklar. "Das Unternehmen Sybac beabsichtigt den Bau. Allerdings muss die Fläche in Bliesransbach unter die zehn am besten dafür geeigneten Flächen in ganz Deutschland kommen. Das wiederum entscheidet die Bundesnetzagentur ", erklärt der Bürgermeister. Ebenfalls unklar ist, was mit der Gemeinde-Kompostieranlage in Auersmacher passiert. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) überlegt derzeit, an wie vielen Standorten im Saarland Kompostieranlagen benötigt werden. Das Problem: Alle Anlagen müssen den neusten Anforderungen der Europäischen Union (EU) entsprechen. "Alle bestehenden Anlagen im Saarland den Anforderungen anzupassen, würde pro Anlage zwischen 250 000 und 400 000 Euro kosten. Darum soll die Anzahl der Anlagen reduziert werden. Ich gehe davon aus, dass es am Ende trotzdem noch mehr als 20 Kompostieranlagen im Saarland geben muss", sagt Bürgermeister Strichertz, der auch im Aufsichtsrat des Entsorgungsverbandes sitzt.