Morgen geht's um Löcher im Haushalt und im Wald

Morgen geht's um Löcher im Haushalt und im Wald

Kleinblittersdorfs Verwaltung erwartet im nächsten Haushalt ein 1,5-Millionen-Minus. Damit wüchse der Schuldenberg auf 27 Millionen Euro. Außerdem erfährt der Gemeinderat morgen, wo die größte Kalksteingrube Europas künftig noch Material abbaut – und wo nicht.

Die Gemeindeverwaltung von Kleinblittersdorf hat beim Aufstellen des Haushaltsplanes für das Jahr 2015 mit einem Defizit von 1,5 Millionen Euro gerechnet. Wie Bürgermeister Stephan Strichertz berichtete, sind es letztlich "nur" 800 000 Euro Miese geworden. "Wir haben 700 000 Euro Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer erzielen können. Die Verbesserung der Finanzsituation beträgt im Landesdurchschnitt in den Städten und Kommunen sechs Prozent. Wir haben es auf 18 Prozent geschafft", sagt Strichertz.

Grund zur Freude über das gute Ergebnis hat der Bürgermeister aber nicht. "Wir werden für unsere Arbeit noch bestraft. Aufgrund des guten Ergebnisses bekommen wir für das Jahr 2016 insgesamt 750 000 Euro weniger Zuweisungen vom Land. Diese Entwicklung kann ich leider nicht verstehen", sagte Strichertz.

Am Dienstag, 15. Dezember, 17.30 Uhr, entscheidet der Gemeinderat im Sitzungssaal in der Alten Schulstraße über die Haushaltssatzung für das Jahr 2016. Dabei rechnet die Gemeindeverwaltung erneut mit einem Defizit von 1,5 Millionen Euro . Das Gesamtdefizit der Gemeinde Kleinblittersdorf würde demnach auf 27 Millionen Euro anwachsen.

Für die Bürger in den fünf Dörfern der Gemeinde erhöhen sich die Kosten nur bei einer Position im Vergleich zum Haushalt 2015. "Die Kosten für das Niederschlagswasser auf versiegelten Flächen erhöhen sich um vier Cent pro Kubikliter. Es ist die erste Erhöhung in diesem Bereich seit zehn Jahren", sagte Strichertz.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung ist die Vorstellung eines Gutachtens der Kalksteingrube Auersmacher, in dem es um die Standsicherheit geht. Im Wald zwischen Kleinblittersdorf und Auersmacher waren in den vergangenen Jahren zwei große Löcher über der Kalk-Abbauzone entstanden.

"In diesem Gebiet wird nicht mehr abgebaut. Um die Sicherheit künftig zu gewährleisten, sollen dort die Abbauflächen wieder aufgefüllt werden", erklärt Strichertz. Im Bereich des Fischweihers bis zur Blies in Sitterswald werde hingegen weiter Kalkstein abgebaut. "Dort ist der Abbau sicher. Das geht aus dem Gutachten hervor. Insgesamt denke ich, dass in der Gemeinde höchstens noch zehn Jahre Kalkstein abgebaut werden kann."

Der Bürgermeister fügte hinzu, die Rechte für den Abbau bei Sitterswald seien bereits in den 1990er-Jahren beschlossen und sogar im Grundbuch verankert worden.

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