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HSG TVA/ATSV Saarbrücken und HSG Dudweiler-Fischbach bereiten sich vor

Handball-Saarlandliga : Die Vorfreude auf das Haifischbecken wächst

Die Vereine der Handball-Saarlandliga beginnen nach dem Saisonabbruch und der Corona-Zwangspause wieder mit dem Training.

Keine Spiele, keine Tore: In der Handball-Saarlandliga herrschte – wie in vielen Bereichen – wegen Corona Stillstand. Die Saison wurde abgebrochen. Doch nach den jüngsten Lockerungen trainieren einige Vereine wieder. Obwohl der Spielbetrieb wohl erst Anfang Oktober Fahrt aufnimmt, bereitet sich die höchste saarländische Spielklasse auf den Neustart vor.

„Video-Meeting“ hieß in der kontaktbeschränkten Zeit das Zauberwort bei der HSG TVA/ATSV Saarbrücken. „Die Jungs haben die gestellten Aufgaben individuell erledigt, und einmal pro Woche haben wir vor unseren Computern zum gemeinsames Online-Workout getroffen“, erzählt Trainer Andreas Birk von Sondermaßnahmen, die er beibehalten will. Hinzu kommt ein Kleingruppen-Training in Phase eins der Vorbereitung, die bei den Saarbrückern am 15. Juni gestartet ist. Mit Rang vier in der abgebrochenen Saison war Birk zufrieden. Über das neue Saisonziel habe er sich mit der Mannschaft noch nicht unterhalten. „Fakt ist: Das Haifischbecken wird größer“, sagt Birk.

Die HSG Dudweiler-Fischbach hat mit Rang neun das Ziel einstelliger Tabellenplatz erreicht. „Die Verletzungs-Problematik war dramatisch. Trotzdem ist es uns gelungen die jungen Spieler einzubinden“, erzählt Christian Mühler. Der Trainer hat eine vierteilige Vorbereitung ausgearbeitet. Grundlagenausdauer steht ganz oben auf dem Programm. Mühlers Plan: „Die Weiterentwicklung der jungen Mannschaft ist unser Ziel. Wir wollen Anlaufstelle sein für entwicklungsfähige Talente aus der Region.“

„Die Saison ist gut gelaufen. Wir wären auch ohne den Abbruch unter den Top Vier gelandet“, sagt Marco Recktenwald. Der Trainer des Tabellenzweiten HSV Merzig-Hilbringen will in der Vorbereitung auf die neue Saison im Training Tempo und Intensität nach und nach steigern. „Wir haben uns zwar seit dem ,Lockdown‘ nicht gesehen. Aber so richtig in Handball-Stimmung komme ich erst, wenn es in den Kontaktsportarten keine Einschränkungen mehr gibt“, sagt Recktenwald, dessen Saisonziel es ist, wieder vorne mitzuspielen.

Der HC Dillingen-Diefflen hat sich aus der Oberliga in die Saarlandliga zurückgezogen. Für den neuen Trainer Daniel Altmeyer ist wichtig: „Die Mannschaft hat dazugelernt und ist zusammengeblieben.“ Er lädt am 1. Juli zum Trainingsbeginn. Sein Ziel: „Ein Platz im oberen Mittelfeld.“

Altmeyer gab beim Tabellenelften der HG Saarlouis II den Trainerstab an Danijel Grgic weiter. Der lässt es langsam angehen. „Wir haben uns schon leicht miteinander bewegt und wollen uns erst kennenlernen“, sagt der Kroate: „Wir werden anfangs mehr im Freien arbeiten. Wir müssen die Entwicklungen abwarten und werden in der Halle später in Kleingruppen arbeiten. „Der sich überwiegend aus A-Jugendspielern mit Doppelspielrecht rekrutierende Kader soll eine solide Runde spielen.

 Derby vor vollen Rängen in der Rastbachtalhalle: Georg Nukradze von der HSG TVA/ATSV Saarbrücken ist abgesprungen und nimmt Maß. Johannes Schu (Nummer 18) von der HSG Dudweiler-Fischbach streckt sich, um den Torwurf zu verhindern. Nukradze gewann mit seiner Mannschaft das Derby mit 36:19. Auch im Rückspiel erzielte die HSG TVA/ATSV gegen Dudweiler-Fischbach 36 Treffer – und siegte mit 36:29. Er war das letzte Spiel, danach wurde die Saison wegen der Corona-Krise erst unter- und dann schließlich abgebrochen. 
Derby vor vollen Rängen in der Rastbachtalhalle: Georg Nukradze von der HSG TVA/ATSV Saarbrücken ist abgesprungen und nimmt Maß. Johannes Schu (Nummer 18) von der HSG Dudweiler-Fischbach streckt sich, um den Torwurf zu verhindern. Nukradze gewann mit seiner Mannschaft das Derby mit 36:19. Auch im Rückspiel erzielte die HSG TVA/ATSV gegen Dudweiler-Fischbach 36 Treffer – und siegte mit 36:29. Er war das letzte Spiel, danach wurde die Saison wegen der Corona-Krise erst unter- und dann schließlich abgebrochen.  Foto: Klos Horst/Horst Klos (Klosfoto)

Die HSG Fraulautern-Überherrn belegte beim Saison-Abbruch Rang sieben. „Das Saisonziel war damit erreicht, aber wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt“, sagt Spielertrainer Christian Jung. Derzeit treffen sich die Spieler in Fünfergruppen zu gemeinsamen Läufen. Die gezielte Vorbereitung beginnt Anfang August. „Nach der langen Pause wird es dafür intensiver“, prophezeit Jung, dessen Saisonziel es ist, Rang sieben zu bestätigen.

Martin Rokay ist mit dem dritten Platz der SGH St. Ingbert zufrieden. „Wir haben uns enorm verbessert. Sogar Rang zwei wäre noch möglich gewesen“, resümiert der Trainer. Wegen Corona fliegen derzeit keine Bälle. „Es wird individuell gearbeitet. Das Mannschaftstraining nehmen wir Mitte Juli auf.“ Zum Saisonziel sagt Rokay so: „Eine Platzierung zwischen Rang eins und drei.“

Meister und Oberliga-Aufsteiger ist der TV Homburg mit Trainer Mirko Schwarz. „Ich denke, dass wir verdient aufgestiegen sind, weil wir das beste Aufgebot hatten, trotz Verletzungspech“, sagt Jörg Ecker, Abteilungsleiter Handball. Seine Planungen in der künftig zweigeteilten Oberliga: „Erst mal unter die Top Vier der neuen Staffel Saar-Pfalz kommen. Wenn alle fit bleiben, können wir vielleicht überraschen.“

Auf eine besondere Saison mit „wahnsinnig vielen Unbekannten“ stellt sich Markus Dörr ein. „Corona-Zeit heißt Individualtraining. Noch findet kein Hallentraining statt. Da die Saison spät im Oktober startet, ist unsere Vorbereitung besonders und auf den Termin ausgerichtet. Echtes Mannschaftstraining ist momentan ohnehin nicht möglich“, sagt der Trainer der HF Illtal II. Das Saisonziel Klassenverbleib sieht Dörr mit Rang zwölf erreicht. Mit Blick auf die neue Runde sagt er: „Es ist schwer, Ziele zu formulieren. Es gibt so viele Unsicherheiten bezüglich Auflagen, Regelungen und der Gesundheit der Spieler. Trotzdem fiebern alle dem Start entgegen.“

Klaus-Peter Weinert hat seine Spieler noch in Ruhe. „Wir machen bis Mitte Juli Pause und beginnen dann mit Athletik-, Kraft- und Ausdauertraining. Im August gehen wir in die Halle“, kündigt der Trainer des SV Zweibrücken II an. Mit Rang sechs konnte er gut leben. Das neue Ziel? „Wir bemühen uns die Jugendspieler an den Aktiven-Bereich heranzuführen. Wir streben einen Platz im oberen Mittelfeld an.

„Es wird schneller, härter und das Spielniveau ist höher als in der Verbandsliga. Uns erwartet eine besondere Saison – in vielerlei Hinsicht“, sagt Tobias Frei. Der Trainer von Aufsteiger HSG Ottweiler-Steinbach erlebte die Zeit zwischen der Unterbrechung und dem späteren Abbruch der Saison zwischen Hoffen und Bangen. Als der Verband entschied, dass die aktuellen Punktestände gewertet werden, atmete man beim Verbandsliga-Tabellenführer auf. Die Feier wird nachgeholt und aktuell individuell an Kraft und Ausdauer gearbeitet. „Mit dem Mannschaftstraining beginnen wir später, unter Beachtung der Hygieneregeln“, erzählt er. Freis Saisonziel: „In der Liga etablieren.“

Nach starker Hinrunde fehlte dem TV Merchweiler später die Konstanz. „Wir hatten viel Verletzungspech und oft nur mit vier bis sechs Leuten trainieren können“, erklärt Trainer Jonas Denk. Die Integration der jungen Spieler steht beim Tabellenzehnten im Fokus. Schwerpunkt in der bald beginnenden Vorbereitung sind Athletik-, Konditions- und Mannschaftstraining. Denks Saisonziel: „Mit Spaß am Handball weiterkommen.“

„Eine Saison ohne echtes Ende kannst du schlecht bewerten“, findet Marko Heidemann, Trainer des Tabellenfünften HSG Nordsaar: „Wir hätten noch ein, zwei Ränge gut machen können. Gefühlt ist das für mich eine annullierte Saison.“ Die Spieler trainieren derzeit in Eigenregie. „Demnächst wollen wir uns zusammensetzen und schauen, wann wir mit der Vorbereitung beginnen. Das hängt davon ab, wann die Runde wirklich startet.“ Heidemanns Saisonziel ist ein Platz unter den Top Vier.

Großes Verletzungspech und der komplette Ausfall von Gehörlosen-Nationalspieler Sebastian Klein verhagelten dem Tabellen-13. TuS Brotdorf die Saison. Das neue Trainergespann beim TuS bilden Michael Goebel und Lucian Scheidt. Der TuS Brotdorf will sich im oberen Drittel platzieren.

„Die Würzbachhalle soll wieder zu einer Festung werden, an der sich die Gastmannschaften die Zähne ausbeißen“, sagt Arno Gebhardt. Die vergangene Saison sei beim TV Niederwürzbach (Rang acht) eher durchwachsen gewesen, so der Abteilungsleiter. Erkrankungen und Langzeitverletzungen seien schuld daran gewesen. Mittlerweile sind alle wieder fit. Das Saisonziel des TV Niederwürzbach ist ein Mittelfeldplatz.