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Die Fußballer des TSV Sotzweiler feiern den Aufstieg in die Bezirksliga

Fußball : Sotzweiler ist endlich am Ziel seiner Träume

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Der TSV Sotzweiler-Bergweiler kehrt in die Fußball-Bezirksliga zurück. Nachdem das Team den Aufstieg zwei Mal um Haaresbreite verpasste, stehen die Blau-Weißen nun als Meister der Kreisliga A Nahe fest.

Es ist schon etwas seltsam: Mit der niedrigsten Punktzahl der vergangenen drei Jahre hat der TSV Sotzweiler-Bergweiler das geschafft, was ihm zuvor zwei Mal verwehrt blieb. Die Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga St. Wendel. Nach dem Abbruch der Saison 2019/20 und der Wertung nach der Quotientenregel steht das Team aus dem Tholeyer Gemeindeteil als Meister der Kreisliga A Nahe fest.

Exakt 51 Punkte aus 18 Begegnungen reichten für einen Quotienten von 2,83. Verfolger VfR Otzenhausen kam mit 50 Zählern aus 19 Begegnungen auf 2,63. In der Spielzeit 2017/18 hatten Sotzweiler 89 Punkte nicht zum Aufstieg genügt: Als Vizemeister hinter der SG Oberkirchen-Grügelborn (91) ging es damals in die Aufstiegsrunde. Dort verlor Sotzweiler-Bergweiler im Endspiel gegen den STV Urweiler.

In der darauf folgenden Runde verpasste der TSV mit 86 Zählern als Dritter hinter Otzenhausen (87) und Meister SG Peterberg (90) sogar die Aufstiegsrunde. Klar sind die Zahlen nicht vergleichbar, da seinerzeit die Saison komplett zu Ende gespielt wurde. Trotzdem ist es ein wenig kurios, dass Sotzweiler jetzt mit deutlich weniger Punkten als zuvor über die Meisterschaft jubeln kann.

„Es wäre natürlich schöner gewesen, nach dem letzten Saisonspiel zu feiern“, sagt der TSV-Vorsitzende Tobias Krämer zu den besonderen Umständen des Titelgewinns. „Aber auch so ist die Erleichterung riesig, dass wir endlich raus aus der Kreisliga sind, vor allem weil es die letzten Jahre so verdammt knapp war.“

Aber warum reichte es für den TSV nach mehreren vergeblichen Anläufen gerade jetzt zur Rückkehr in die Bezirksliga St. Wendel, wo der Club zuletzt in der Saison 2015/16 um Punkte kämpfte? Krämer erklärt: „Der Kern unserer jungen Mannschaft ist die letzten vier Jahre zusammengeblieben und etwas erfahrener geworden. Zudem hat jeder Vollgas gegeben, weil wir endlich aufsteigen wollten.“

Trotzdem sah es lange so aus, als könnte Sotzweiler-Bergweiler auch in der jetzt abgebrochenen Runde wieder knapp scheitern. Bereits am zweiten Spieltag gab es die erste Saisonniederlage. Beim Konkurrenten im Titelkampf aus VfR Otzenhausen setzte es ein 0:2. Obwohl die Blau-Weißen danach bis zum Saisonabbruch alle ihre Begegnungen gewannen, lag der Club lange nur auf Rang zwei – bis das Team des Spielertrainer-Duos Kai Schäfer und Julian Scheid durch einen 3:0-Erfolg im Rückspiel gegen Otzenhausen den Platz an der Sonne eroberte.

Dass der TSV auch dort blieb, hat er sich verdient: Sotzweiler-Bergweiler hatte zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs die beste Abwehr im Landkreis St. Wendel (nur zwölf Gegentore, wir berichteten) – und mit 86 Treffern zudem den zweitbesten Angriff der Liga hinter dem Tabellendritten SV Furschweiler, dem nochmal 15 Treffer mehr gelangen. Erfolgreichste Schützen des Meisters waren Julian Linnenbach mit 21 Treffern, Yannik Scheid mit 14 Toren und Christopher Schäfer mit 13 Buden.

Mit dem Titelgewinn im Gepäck wird sich mit Julian Scheid nun einer der beiden TSV-Spielertrainer vom Verein verabschieden. Scheid hört aus familiären Gründen auf. So wird kommende Saison Kai Schäfer alleiniger Spielertrainer. Unterstützung erhält Schäfer allerdings von Christian Scheid. Der 23-Jährige kehrt nach einer Saison beim Landesligisten SV Überroth als Co-Spielertrainer zu seinem Heimatverein zurück. „Wir sind sehr froh, dass ein Sotzweiler Junge zu uns zurückkehrt, um hier Verantwortung zu übernehmen“, freut sich Krämer.

Julian Scheid hört aus familiären Gründen als Spielertrainer auf. Foto: Krämer Foto: Tobias Krämer/Verein/Tobias Krämer
Kai Schäfer ist nächste Saison alleiniger Spielertrainer des TSV, erhält aber einen Co-Spielertrainer. Foto: Krotten Foto: Krämer

Ob neben Christian Scheid noch weitere Akteure kommen, um den Kader zu verstärken, ist derzeit noch offen. „Wir sind in Gesprächen, aber ich traue auch unserer aktuellen Mannschaft den Klassenverbleib in der Bezirksliga absolut zu“, erklärt Krämer. Die soll für ihren Titelgewinn auch noch belohnt werden. „Wir wollen, sobald es möglich ist, eine größere Meisterfeier nachholen“, kündigt der Vorsitzende an. Bislang konnte der TSV den Titelgewinn aufgrund der Corona-Beschränkungen nämlich noch nicht so richtig feiern.