Spitzeich-Firma braucht mehr Geld

Eiweiler. Aufmerksamen Anliegern der Saarbahn-Baustelle in Lebach-Landsweiler fiel es zuerst auf: Ab Mitte Januar fuhren keine schwer beladenen Lastwagen mehr durch ihre Straßen, und an der Baustelle war keine Betriebsamkeit mehr zu sehen. Gerüchte wie "die Saarbahn hat kein Geld mehr" oder "Saar Montan ist insolvent" machten in der Bevölkerung die Runde

Eiweiler. Aufmerksamen Anliegern der Saarbahn-Baustelle in Lebach-Landsweiler fiel es zuerst auf: Ab Mitte Januar fuhren keine schwer beladenen Lastwagen mehr durch ihre Straßen, und an der Baustelle war keine Betriebsamkeit mehr zu sehen.Gerüchte wie "die Saarbahn hat kein Geld mehr" oder "Saar Montan ist insolvent" machten in der Bevölkerung die Runde. Die wirklichen Hintergründe des Stillstands erläuterte Stadtbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter: "Wir waren erfreut, dass mit Saar Montan als günstigstem Anbieter der Ausschreibung eine saarländische Firma den Auftrag zur Sanierung des Spitzeichtunnels erhalten hatte. Zudem waren wir uns sicher, dass die früheren Bergleute in der Firma den Auftrag zu unserer Zufriedenheit ausführen würden."

Bis zur Arbeitsunterbrechung hatten die Bergbauspezialisten von Saar Montan 390 Meter der gemauerten Innenschale in dem 478 Meter langen Tunnel entfernt und damit zwei Millionen Euro verbaut. Ende des letzten Jahres teilte aber Saar Montan-Geschäftsführer Michael Hoffmann seinem Bauherrn mit, dass die kalkulierten Kosten nicht ausreichten. Laut Reuter verlange Hoffmann einen Nachtrag von 700 000 Euro, um die Sanierung fortzuführen. Hoffmann berufe sich auf Lücken in der Ausschreibung, unter anderem auch wegen unkalkulierbarer Wasserzuflüsse. Die Stadtbahn-Saar-Geschäftsführung kann aber dem Vernehmen nach schon aus rechtlichen Gründen dem Verlangen der Firma nicht nachkommen. Norbert Reuter: "Wir können nur begründete Nachträge bewilligen, da für uns das Ausschreibungsergebnis maßgeblich ist. Wir berufen uns auch auf die Bauüberwachung, die eine Überkompensation ebenfalls ablehnt. Zudem können wir nicht auf die Forderung eingehen, tägliche Abschlagszahlungen zu leisten." Hoffmann, ein gelernter Hydrogeologe, erläutert in einer Stellungnahme seinen Standpunkt: "Es ist gut möglich, dass bei der Planung der Tunnelsanierung das Wasserproblem übersehen wurde und daher die Ausschreibung nicht korrekt verlief. Zudem sehe ich einen Interessenkonflikt darin, dass die Bauüberwachung von dem gleichen österreichischen Planungsbüro durchgeführt wird, die auch für die Ausschreibung zuständig war. Wir mussten den Vertrag mit der Stadtbahn kündigen, um weitere Kosten für die Firma abzuwenden."

Heute soll in einem Gespräch zwischen Hoffmann und der Stadtbahn Saar versucht werden, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Wenn es dazu nicht kommt, droht Saar Montan nach Angaben der Unternehmensleitung der Weg in die Insolvenz. Mehr als 50 Arbeitsplätze sind dann in Gefahr.