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Die Heusweiler Naturschutzbeauftragte Margarete Blasen betreibt einen kleinen Gnadenhof

Menschen im Regionalverband : Naturschützerin mit kleinen „Mitbewohnern“

Die Heusweiler Naturschutzbeauftragte Margarete Blasen kümmert sich um bedürftige Tiere, erlebte dafür aber schon Anfeindungen.

Margarete Blasen aus Heusweiler hat ein großes Herz für Tiere. Privat und ohne finanzielle Unterstützung kümmert sie sich in erster Linie um die bedrohte Tierwelt und um einsame, verlassene oder gequälte Geschöpfe. „Ich wäre gerne die Mutter Theresa für Tiere“, sagt sie, berichtet aber auch, dass sie wegen ihres Engagements schon etliche Anfeindungen erlebt habe – mit bösen Worten und auch schon mit Drohungen. Das sei auch ein Grund gewesen, warum sie sich vor über einem Jahr in ihrem Wohnort um die damals vakante Stelle einer ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten beworben habe. Im Juni letzten Jahres wählte der Gemeinderat Heusweiler – auf Vorschlag des Ortsrates – „Gretel“ Blasen einstimmig in dieses Amt, und sie ist froh darüber: „Als Naturschutzbeauftragte habe ich mehr Kompetenzen und Möglichkeiten, mich für Umwelt, Natur und Tiere einzusetzen.“

Die gelernte Bilanzbuchhalterin ist 67 Jahre alt und betreibt in ihrem Haus einen kleinen Gnadenhof mit zwölf Hasen, fünf Meerschweinchen, drei Degus, acht Nymphensittichen, einem Burgensittich, einer Gelbstirnamazone und drei Hunden. Bevor diese Tiere zu Gretel Blasen kamen, hatten die meisten von ihnen kein schönes Leben, waren verwahrlost, teils gequält.

Gretel Blasen kümmert sich aber nicht nur um ihre „Hausbewohner“, sondern auch um wild lebende Tiere. Sie päppelt Igel auf, bringt verletzte Vögel zur Wildvogelaufnahmestation in Püttlingen, füttert Vögel und Eichhörnchen an ihren Wildvögel-Futterstationen in der Gemeinde. „Ich bin jeden Tag unterwegs und bringe Futter zu den Stationen“, erzählt sie. Erdnüsse für die Eichhörnchen, Sonnenblumenkerne, Körnerfutter und Meisenknödel mit Insekten und Beeren für die Vögel.

Zusammen mit dem Futter für ihre Tiere auf ihrem Gnadenhof geht das ganz schön ins Geld: „450 bis 550 Euro gehen im Monat drauf“, sagt Margarete Blasen. Und als Naturschutzbeauftragte achtet sie darauf, dass es auch der Natur gutgeht. Dazu gehört, dass sie bei Landwirten darum wirbt, die Felder biologisch zu bewirtschaften, dass kein Müll in der Landschaft entsorgt wird und dass Wiesen und Felder nicht mit Hundekot verunreinigt werden. Als im Oktober letzten Jahres Giftköder ausgelegt wurden und zwei Hunde verendeten, startete sie eine Flyer-Aktion, mit der sie vor den Giftködern warnte (die SZ berichtete).

... und Degus.  Foto: pm
... Meerschweinchen ... Foto: dpa/Patrick Pleul
In ihrem kleinen Gnadenhof betreut Margarete Blasen auch etliche Kleintiere, zum Beispiel Nymphensittiche ... Foto: dpa/dpaweb/Achim Scheidemann

Ihr Engagement stößt aber offenbar nicht überall auf Verständnis: Flyer wurden übermalt mit dem Wort „Panikmache“, Hundebesitzer, die sie ansprach, weil sie die Häufchen nicht wegmachten, beschimpften die Naturschutzbeauftragte. Als sie einen Landwirt bat, keine Pestizide zu spritzen, habe er ihr verbieten wollen, über seine Landwirtschaftswege zu fahren. Ihr Auto wurde zerkratzt, ihre Futterstationen zerstört oder gestohlen. Und ihr wurde schon gesagt, sie solle lieber „was für notleidende Kinder machen“. Bei solchen Aussagen kann Gretel Blasen nur den Kopf schütteln: „Was ich mache, ist doch nicht nur für die Natur. Sondern auch dafür, dass unsere Kinder noch etwas von der Natur haben.“