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Zwischen Münchwies und Lautenbach wurden im Frühjahr 2500 Amphibien über die Straße gebracht

Gerettet : Für die Kröten ist es ein gutes Jahr

Zwischen Münchwies und Lautenbach wurden im Frühjahr 2500 Amphibien über die Straße gebracht.

Die Amphibienwanderung 2020 zwischen Lautenbach und Eichenthaler Mühle ist Geschichte. Seit Mittwoch letzter Woche blieben die Eimer entlang des 600 Meter langen Schutzzauns Nummer 193 an der L 290 leer. „Am Samstag haben wir den Zaun dann geöffnet“, informiert Gerhard breit. Je nach Kapazitäten des Zentralen Betriebshofs wird er in Kürze abgebaut. Ob es wie immer war? „Es gibt kein wie immer“, korrigiert der Naturschutzbeauftragte für Münchwies. „Es gibt gute und schlechte Jahre.“ 2020 geht jedenfalls als sehr gutes in die Annalen ein. „Wir haben 2500 Tiere aus den Eimern gerettet.“

Wir, das ist eine Gruppe überwiegend junger Leute, die in die Fußstapfen der Aktiven des Natur- und Vogelschutzvereins Münchwies treten, die quasi die Pioniere in Sachen Krötenwanderung waren. Mangels Nachwuchs sprang irgendwann die Junge Union ein und übernahm die Wochenenddienste. Seit 2019 sind weitere junge Mitstreiter dazu gestoßen. Über einen Zeitraum von vier  bis sechs Wochen müssen die Eimer entlang des grünen Zauns täglich gelehrt werden, um die dort gefangenen Tiere über die Landstraße zu bringen.

Bei der Gelegenheit wird auch immer gezählt: „Bei 90 Prozent der Tiere handelt es sich um Erdkröten.“ Dazu gesellen sich Grasfrösche, Berg-, Faden- und der eine oder andere Teichmolch. „Als wir hier anfingen 2002, wurden 1200 Tiere aus den Eimern gerettet. Das hat sich gesteigert.“

90 Prozent der Tiere sind Erdkröten. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Die maximale Zahl lag bisher bei 3500. Wie sehr die Jahrgänge schwanken können, verdeutlicht der Vergleich zu 2019: „Dieses Jahr kamen wir auf 800 Tiere mehr.“