| 20:17 Uhr

Gemeinderat Heusweiler
Das Lummerschieder Lummerland kommt

Heusweiler. Gemeinderat einstimmig für Übergangs-Kita. Betriebs- und (kleine) Umbaukosten für 2019 sind auf 780 000 Euro veranschlagt. Von Fredy Dittgen

Einstimmig hat der Heusweiler Gemeinderat beschlossen, dass im Lummerschieder Dorfkrug übergangsweise (man geht von vier Jahren aus) eine Kindertagesstätte mit bis zu 33 Plätzen und einer Betreuungszeit von 7 bis 17 Uhr eingerichtet wird. Das notwendige Geld wird in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt. „Die Bedarfssituation, was Kindergartenplätze angeht, ist in Heusweiler sehr angespannt“, so Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU). Derzeit laufen daher Planungen über einen eventuellen Kita-Neubau oder eine Erweiterung einer bestehenden Kita (die SZ berichtete), doch bis eine solche Baumaßnahme abgeschlossen ist, braucht es ein paar Jahre.


Um trotzdem dringend benötigte Plätze anbieten zu können, haben sich Rat und Verwaltung für die Übergangslösung entschieden. Im Dorfkrug sollten eigentlich Flüchtlinge eine Bleibe finden, entsprechend wurde auch umgebaut und saniert. Doch genutzt werden musste die Unterkunft nie.

Nach einer Begehung des Dorfkrugs mit dem Landesjugendamt und dem Jugendamt des Regionalverbandes sowie der Unfallkasse des Saarlandes hatte die Verwaltung festgestellt, dass für eine Übergangs-Kita nur noch kleinere bauliche Veränderungen sowie sicherheitsrelevante Ergänzungen notwendig sind. „Die Kosten dafür halten sich in einem überschaubaren Rahmen“, so Redelberger. Für Umbaumaßnahmen, Betriebs- und Personalkosten fallen in diesem Jahr voraussichtlich 780 000 Euro an, von denen aus der Gemeindekasse maximal 130 000 Euro zu zahlen sind. Der größere Anteil wird über verschiedene Fördergelder finanziert. Betriebsbereit soll die Kita am 1. August dieses Jahres sein. Nach einer Idee von Hauptamtsleiter Markus Ringe soll die Kita den Namen „Lummerland“ erhalten.



Obwohl alle Ratsfraktionen den Plänen zustimmten, gab es auch Kritik. So sagte Ulrich Krebs (FDP): „Die 33 Plätze sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn auf der Warteliste stehen 130 Kinder.“ Noch schlimmer sehe es für Neubürger aus, deren Kinder kämen nicht mal auf die Warteliste, weil sie in der Grundschule sind, ehe eine neue Kita gebaut ist, sagte Krebs. Deshalb plädierte er erneut für eine so genannte Container-Kita.

Im Dezember hatte der Gemeinderat auf Antrag der FDP beschlossen, dass die Verwaltung die Kosten ermitteln soll, die in den nächsten vier Jahren für eine solche Container-Kita anfallen, in der drei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe untergebracht werden könnten. Außerdem sollte die Verwaltung prüfen, ob es dafür Zuschussmöglichkeiten gibt, und sie sollte dem Rat sagen, welches der optimale Platz sei, an dem man eine Container-Kita errichten kann. Bis jetzt ist dieser Prüfauftrag noch nicht erledigt worden.

Auch die SPD sieht in der Kita Lummerland keine ausreichende Lösung. Weil es in der Gemeinde ein großes Neubaugebiet am ehemaligen Schwimmbad gibt, sagte SPD-Sprecher Stefan Schmidt: „Wir könnten uns in Lummerschied auch eine längerfristige Lösung vorstellen, über die vier Jahre hinaus. Trotzdem müssen auch kurzfristige Lösungen her.“ Hiltrud Heimes-Vogel (CDU) riet dazu, die Kinderzahlen genau im Auge zu behalten. „Hält der Trend an oder flaut er wieder ab? Wir müssen auf Dauer eine Lösung finden, aber eine Übergangs-Kita ist auf jeden Fall sinnvoll.“