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Krippen und Kitas
Rat lehnt höhere Kita-Gebühren einstimmig ab

Elternbeiträge für Kitas und Krippen sind derzeit in der Diskussion.
Elternbeiträge für Kitas und Krippen sind derzeit in der Diskussion. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Saarlouis. Eltern werden für ihre Kinder in städtischen EInrichtungen 2018 und 2019 nicht mehr bezahlen als bisher. Das beschloss der Rat gegen den Rat der Stadtverwaltung. Von Johannes Werres

(we) Einstimmig hat am Dienstagbend der Stadtrat Saarlouis einen Antrag der Stadtverwaltung abgelehnt. Das kommt nicht oft vor. Die Verwaltung wollte die Elterngebühren für Krippen und Kitas turnusgemäß erhöhen, um sie an die gestiegenen Personalkosten anzupassen. Doch der Rat sagte geschlossen Nein, die SPD freilich nur „mit Bauchweh“.


Zur Debatte standen diese monatlichen Beträge: Ein Platz in einer städtischen Kita 146 Euro (drei Euro mehr), für eine elfstündige Betreuung 183 Euro (sechs Euro mehr). In der Krippe wären dies 317 Euro (22 Euro mehr), für elfstündige Betreuung 354 Euro (25 Euro mehr). Alles jeweils für das erste Kind.

Die Stadtverwaltung riet dringend dazu, die Beiträge wie üblich zu erhöhen und die angekündigte landes- oder bundesweite Lösung abzuwarten. Problem auch, unterstrich die Stadtverwaltung: Schon jetzt zahlten die Eltern für einen Platz bei der katholischen Kita gGmbH 190 Euro und 346 Euro für einen Krippenplatz. Das seien 47 und 51,80 Euro mehr als bei städtischen Einrichtungen. Die Differenz würde größer, wenn die Stadt auf die jährliche Anpassung verzichte, die freien Träger aber nicht. Dafür verzichte die Stadt 2018 auf 23 500 Euro und 2019 voraussichtlich auf 56 500 Euro, rechnete die Verwaltung vor. Der Betrag komme aber nicht allen Eltern zugute. Denn die Beiträge von 163 von 647 Eltern zahle das Kreisjugendamt. Die Beitragserhöhungen würde ohnehin nicht an sie weitergegeben. Leer gingen auch Eltern aus, deren Kinder in Einrichtungen freier Träger (511 Kita-Plätze, 116 Krippen-Plätze) sind. Das war das Problem der SPD, deswegen „Bauchweh“, wie Fraktionschef Hakan Gündüz sagte.