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Naturschutz
„Mit der Biene blüht das Leben“ – Bienenexperte fand Gehör

 Herbert Hassel    Foto: Andreas Engel
Herbert Hassel Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Kutzhof. (eng) Bienen – das war das Thema beim „unpolitischen Aschermittwoch“ der SPD Kutzhof, die wieder zu einem Experten-Referat einludt, diesmal in noch ungewohnter Umgebung im Feuerwehrgerätehaus, denn das Stammlokal, Gasthaus Zewe, ist seit Dezember geschlossen. Von Andreas Engel

Wobei das Thema Bienen ja nicht ganz unpolitisch ist, da es eng mit der Debatte um Klima- und Umweltschutz, um Insektensterben und Probleme durch die Landwirtschaft verknüpft ist.


Herbert Hassel, Vorsitzender der Holzer Bienenzüchter und Bienenkenner schlechthin, referierte vor über 60 Gästen. Das Artensterben und die großen Probleme der Imker mit Schädlingen waren allerdings nicht Hassels zentrales Anliegen. Er war vor allem angetreten, um Werbung zu machen für Bienenzucht und Imkerei. Seit 40 Jahren ist Hassel Imker und fast genauso lange Funktionär in Landes- und Kreisverband und in seinem Verein.

„Mit der Biene blüht das Leben“, das sei sein Thema. Er schilderte, wie man Imker wird, stellte die anspruchsvolle Arbeit vor und ging auf die lange Geschichte der Imkerei und ihre Bedeutung ein. Schon die Ägypter kannten die Honigbiene, aber erst die Griechen nutzten sie zur professionellen Honigerzeugung.



Wie stark Bienen und auch Insekten im Allgemeinen die Gemüter bewegen, so Hassel, habe nicht zuletzt das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern gezeigt, das von 1,7 Millionen Menschen zum Schutz der Insekten unterzeichnet worden sei. Jetzt müsse sich die Politik kümmern, so Hassel, der auch auf den wirtschaftlichen Faktor der Bienenzucht hinwies: Der deutschlandweit mit Bienen generierte Umsatz überschreite die Milliardengrenze – „ein nicht unbedeutender Wirtschaftszweig“.

Weltweit seien rund 20 000 Bienenarten bekannt, aber nur zehn Arten gehörten zu den Honigbienen. Betroffen von Umwelteinflüssen, Düngung, Bodenversiegelung und Landschaftsverbrauch seien vor allem die Wildbienen. Im Saarland sind derzeit 1833 Imker aktiv, Tendenz, so Hassel, „erfreulicherweise steigend“. Um die Imkerei zu erlernen und erst einmal herauszufinden, ob einem das Hobby liegt, biete jeder Bienenzuchtverein Patenschaften an. Hierbei begleiten erfahrene Bienenkenner die Neulinge. Man dürfe nicht vergessen, dass Honigbienen Haustiere sind, die genauso gepflegt und versorgt werden müssen wie andere Haustiere auch.