Ältere Menschen gezielt vor Straftaten in Schutz nehmen

Ältere Menschen gezielt vor Straftaten in Schutz nehmen

In enger Zusammenarbeit dem Polizeibeamten Roland Glod stellen Seniorensicherheits-Berater dar, wo gefährliche Fallen auf Ältere lauern. Dafür wurden sie von der Stadt ausgezeichnet.

Hinter Kaffeefahrten, Gewinnspiel-Fallen, dem sogenannten Enkeltrick oder einfachen Einbrüchen stehen meist skrupellose Kriminelle, die vor allem älteren Personen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. In Friedrichsthal gibt es seit 2004 eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die Senioren auf diese hinterhältigen Tricksereien aufmerksam und sie dafür sensibilisieren will: die Seniorensicherheits-Berater. Kürzlich wurde diese Gruppe im Rathaus für ihr Engagement geehrt. Neben den Gründungsmitgliedern und Gruppensprechern Uwe Beyer, Harald Hauch und Rüdiger Pitz sowie den Kontaktbereichsbeamten der Polizei , Roland Glod, gehören derzeit auch Karl Bernardy, Marliese Bross, Adolf Hauch, Anne Hauptmann, Ulrike Ihl, Anna Maria Schilling, Helmut Schuh und Rüdiger Rothfuchs dazu. Die Gruppe hat es mit ihrem Einsatz unter anderem geschafft, dass Kaffeefahrten-Busse nicht mehr in Friedrichsthal Station machen.

"Es ist uns wichtig zu sagen, dass die Initiative von den Bürgern zusammen mit der Polizei ausging. Die Politik war damals außen vor", betont Uwe Beyer und erklärt: "Deshalb konnten wir uns autonom aufbauen, was für uns unheimlich wichtig war und so lässt sich auch die Nachhaltigkeit begründen." Rüdiger Pitz ergänzt: "Wir sind autark und darauf auch ein bisschen stolz." Harald Hauch verweist zudem auf die wichtige Rolle Uwe Beyers, damals Fördergebietsbeauftragter der Stadt: "Durch ihn konnten wir die Gruppe bilden und zusammenhalten."

Der Altersdurchschnitt der Seniorensicherheits-Berater ist zwangsläufig relativ hoch, und so kommt es hin und wieder zu "Verlusten" innerhalb der Gruppe. "Das bleibt natürlich nicht aus, und deshalb suchen wir immer engagierte Bürger, die uns unterstützen wollen", sagt Uwe Beyer. Eine kurze Ausbildung reiche aus, um Seniorensicherheits-Beraterin oder -Berater zu werden. Gemeinsam mit anderen Vertretern der Gruppe gilt es danach, Seniorinnen und Senioren aus der Umgebung mit wichtigen Tipps und Hinweisen zu Sicherheitsfragen weiterzuhelfen. Die Friedrichsthaler Gruppe ist für Interessierte, Betroffene und Angehörige jederzeit telefonisch erreichbar (z. B. Roland Glod: Tel. (0 68 97) 8568 252) und zeigt in regelmäßigen Abständen auf Märkten oder vor Supermärkten mit einem Informationsstand Präsenz. Im Schnitt finden pro Jahr 25 Aktionen statt.

"Wir haben das Glück, dass wir von einem sehr eifrigen Polizeibeamten unterstützt werden, der sich auch über seine Arbeitszeit hinaus mit und für uns engagiert. Das stärkt uns auch in unserem Selbstbewusstsein, auf die Leute zuzugehen", sagt Harald Hauch über Roland Glod und erntet zustimmendes Kopfnicken von Uwe Beyer und Rüdiger Pitz. Der so Gelobte macht die Mehrarbeit gerne: "Man erlebt, dass man gezielt Straftaten verhindern kann", sagt Glod, "es handelt sich hierbei auch um ein Polizei-Projekt. Mich persönlich ärgert es einfach, dass gutgläubige ältere Menschen so ausgetrickst werden." Erstaunt ist Glod immer wieder darüber, "dass viele Bürger einfache Verhaltensweisen nicht kennen, um mögliche Straftaten zu verhindern. Das fängt schon mit dem gekippten Fenster an", sagt er und appelliert: "Viele Leute meinen: Das passiert mir nicht, aber bei vielen Opfern waren solche Dinge entscheidend. Man kann präventiv schon viel tun und deshalb nicht genug aufklären."

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