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Wie in Amerika in den Jahren um 1850

Wie in Amerika in den Jahren um 1850

Dudweiler. Wolfskin hat alles genau im Auge. Er ist eine imposante Erscheinung. Sein weißes Fell glänzt in der Abendsonne. Wolfskin ist ein kanadischer Schäferhund. Er ist eineinhalb Jahre alt und gehört Bernd Malter. Der 60-Jährige ist Chef der Dudweiler Texas-Ranger. Wolfskin bewacht die Hütte seines Herrchens

Dudweiler. Wolfskin hat alles genau im Auge. Er ist eine imposante Erscheinung. Sein weißes Fell glänzt in der Abendsonne. Wolfskin ist ein kanadischer Schäferhund. Er ist eineinhalb Jahre alt und gehört Bernd Malter. Der 60-Jährige ist Chef der Dudweiler Texas-Ranger. Wolfskin bewacht die Hütte seines Herrchens. Am Wochenende hatte die "Polizei-Truppe" ihr Lager auf der Red River Ranch aufgeschlagen und zum Westernfest eingeladen. Werfen mit HufeisenVor zwei Jahren haben sich die 1989 gegründeten Texas-Ranger der Ranch angeschlossen. Jetzt haben sie im Red River Valley im Schiedeborn ihre Heimat. Malter führt einige Besucher durchs Trapperdorf. Am Ende der Ranch, in unmittelbarer Nähe der Pferdekoppeln, stehen fünf Trapper-Hütten und einige Zelte. Und es gibt eine Bodega, die Lagerkneipe. So muss es in Amerika in den Jahren um 1850 ausgesehen haben. "Wir sind jetzt dabei, noch eine Kirche zu errichten", erzählt Malter und zeigt auf einige Holzwände, die schon aufgestellt sind. Der 60-jährige Bernd Malter ist im Club der Ranghöchste. Er ist Captain. Sein Stellvertreter ist Peter Grün. Er ist Sergeant. 25 Mitglieder haben die Dudweiler Texas-Ranger. "Ein bisschen verrückt muss man schon sein für dieses Hobby", sagt Michael Wolfram. Der 40-Jährige ist seit acht Jahren dabei. "Es macht einfach großen Spaß, und die Kameradschaft ist klasse", sagt er. Rudolf Thobe gehört schon einige Jahre länger zur Truppe. Er trägt zwei wunderschöne Langwaffen in seinem Halfter. "Die eine ist schon 30 Jahre alt", berichtet er stolz. Geschossen wird allerdings nur mit Platzpatronen. Mit ihren schwarzen Uniformen stellen die Dudweiler die Texas-Ranger aus der Zeit von 1850 bis etwa 1900 dar. Alle Mitglieder der Truppe sind als Ranger auf die texanische Flagge vereidigt. "Unsere Abzeichen sind Nachbildungen der original Texas-Ranger-Sterne und kommen aus Amerika", verrät Bernd Malter. Traditionsgemäß mit einem Whisky-Fass-Anstich wurde das Westernfest eröffnet. Beim Ranger-Fünfkampf zeigten die Mitglieder der Truppe, dass sie alle mit Lasso, Beil, Messer sowie Pfeil und Bogen umgehen können und auch das Hufeisen-Werfen beherrschen. Die Kinder durften auf Ponys reiten und sich wie Cowboys oder Indianer fühlen. Die Ranger bewirteten ihre Gäste mit leckeren Grillsachen. Die 71-jährige Livia Theobald und ihre Truppe waren für die Verpflegung zuständig. An allen Tagen dröhnte Country-Musik aus den Boxen. Am Samstagabend spielte die Country-Band Long Road aus Rodalben. Viele befreundete Westernclubs schauten auf ihren Ausritten im Red River Valley vorbei.

HintergrundDie Texas-Ranger wurden als Miliz um 1823 zum Schutz der Bevölkerung vor Angriffen von Indianern und mexikanischen Banden gegründet. 1835 erhielten sie offiziellen Status als Schutz- und Polizeitruppe. Ihre Hauptaufgabe war die Bekämpfung feindlich gesinnter Leute. Nachdem die Gruppierung 1865 mit Ende des Bürgerkriegs vorübergehend aufgelöst worden war, kam es 1874 zu einer Neuaufstellung der Ranger, die in den beiden folgenden Jahren beim Einsatz gegen mexikanische Banden erneut von sich reden machten. ll