Zeitreise in den Wilden Westen

Country- Musik, Cowboys, Pferde und Indianer: Drei Tage lang zog der Wilde Westen in Dudweiler ein, denn die Texas-Rangers feierten auf der Red River Ranch ihr traditionell zünftiges Westernfest.

Friedlich grasen drei Ziegen und ein Bock in ihrem Gatter. Von der Musik , die nebenan von der Bühne in der "Cityhall" erklingt, lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch die zahlreichen Menschen, die an das Gatter kommen und sie streicheln wollen, beeindrucken sie nicht. Im Gegenteil: Die Tiere sind neugierig und drücken ihre Schnauzen durch die Ritzen. Die Strahlen der Abendsonne tauchen das Gelände der Red-River-Ranch in Dudweiler in ein sanftes Licht.

Drei Tage lang hatten die Texas-Ranger auf dem idyllischen Fleckchen unweit der Hauptstraße ihr Lager aufgeschlagen. Die "Polizei-Truppe" hatte zum Westernfest eingeladen. Nach dem Gang durch den großen Torbogen mit der Aufschrift "Red River Ranch" ist man in einer anderen Welt. Pferdekoppeln, Trapper-Hütten, Zelte, ein Saloon und eine Bodega beherrschen die Szenerie. In ihren schwarzen Uniformen stellen die Jungs der Truppe die Texas-Ranger aus der Zeit von 1850 bis etwa 1900 dar. Wolfgang Lang ist der Chef, er hat den Rang eines Captains. Michael Wolfram ist sein Stellvertreter. Er ist Sergeant. "Du musst schon mehr als nur ein bisschen verrückt sein für dieses Hobby", bekennen die beiden. "Du brauchst dazu auch eine große Portion Enthusiasmus", sagt Lang und erklärt: "Es ist ein teures Hobby. Die meisten unserer Kleidungsstücke sind Einzelanfertigungen. Was wir tragen gibt es kaum von der Stange."

Traditionsgemäß mit einem Whisky-Fass-Anstich wurde das Westernfest eröffnet. Dazu schickte die Schützengesellschaft 1857 Dudweiler fünf Böllerschüsse in den Himmel. Im Rahmen der Zeremonie wurden mit Armin Kessler, Marc Weber und Pascal Schmidt drei Neu-Ranger vereidigt. Die drei spendierten auch das Fass Whisky und durften unter Anleitung jeweils einen Böllerschuss abgeben. Mit seinen 18 Jahren ist Pascal der jüngste der Neu-Ranger. Er ist schon seit sechs Jahren im Verein dabei. An allen Tagen trug er mit großem Stolz seinen neuen "Stern".

Am Sonntag war Familientag. Da durften die Kinder auf Ponys reiten und sich wie Cowboys oder Indianer fühlen. Die Ranger bewirteten ihre Gäste mit leckeren Grillsachen. An allen Tagen dröhnte Country-Musik aus den Boxen. Am Freitagabend hatte das Duo Dakota in der "City-Hall" seine Premiere. Am Samstagabend spielte die Country-Band Long Road aus Rodalben. Zu der Musik schwangen viele Line-Dance-Gruppen das Tanzbein. Viele befreundete Westernclubs schauten auf ihren Ausritten im Red River Valley vorbei. Und alle Reiter wurden mit dem traditionellen Bügeltrunk - natürlich Whisky - begrüßt.

Die zahlreiche Gäste des Festes kamen aus dem ganzen Saarland und der Pfalz. Mit Yves Beck war auch ein Westernfan aus Luxemburg gekommen. Seit vielen Jahren ist Joey aus Mannheim Stammgast bei den Treffen der Texas-Ranger. "Vor mehr als 15 Jahren haben wir uns beim Lager in Lauterbach kennengelernt. Seither komme ich jedes Jahr hierher."

Zum Thema:

Hintergrund Die Texas-Ranger wurden als Miliz um 1823 zum Schutz der Bevölkerung vor Angriffen von Indianern und mexikanischen Banden gegründet. 1835 erhielten sie offiziellen Status als Schutz- und Polizeitruppe. Ihre Hauptaufgabe war die Bekämpfung feindlich gesinnter Leute. Nachdem die Gruppierung 1865 mit Ende des Bürgerkriegs vorübergehend aufgelöst worden war, kam es 1874 zu einer Neuaufstellung der Ranger, die beim Einsatz gegen mexikanische Banden erneut von sich reden machten. ll