Fröhliche Fete für Familien

Damit hatten der Vorsitzende Ralph Nickolai und sein Team im Vorfeld nicht gerechnet: Bereits zu Beginn des Willkommensfestes für Flüchtlinge war die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Dudweiler am Samstag proppenvoll. Mit gut 70 Personen war dies auch, im Vergleich zu den beiden ersten Festen dieser Art, die bestbesuchte Veranstaltung.

"Beim ersten Begegnungsfest waren fast nur junge Männer aus Eritrea da. Heute sind es meist Familien aus dem arabischen Raum. Und wir haben derzeit weniger Flüchtlinge in Dudweiler als sonst", blickte Susanne Nickolai zurück. Sie ist die Schriftführerin des Dudweiler AWO-Teams. Manche kommen öfters und haben bereits Freundschaften geschlossen. Mittels Plakaten in deutscher, arabischer und englischer Sprache habe man an den Flüchtlingsunterkünften für den Nachmittag geworben. Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Es sei ihr und den übrigen Helfern wichtig, mit der Veranstaltung die Offenheit zu zeigen, für die die Arbeiterwohlfahrt stehe, so Nickolai.

"Dudweiler war immer schon eine offene Gemeinde, die das auch gezeigt hat", blickte AWO-Chef Ralph Nickolai auf die Geschichte zurück. Es komme nicht von ungefähr, dass der Wohlfahrtsverband schon in der Vor-Nazizeit Flüchtlinge aufgenommen habe.

Angeboten wurde an diesem Nachmittag auch, sich in der Kleiderkammer, die sonst nur montags- und dienstagsnachmittags geöffnet ist, mit Bekleidung einzudecken. Davon machten etliche Flüchtlinge Gebrauch. Ausgegeben werde die Bekleidung so lange der Vorrat reicht, sagte Ralph Nickolai. Wegen der noch eintreffenden Flüchtlinge rühre man hinsichtlich des Bekleidungsangebotes nicht eigens die Werbetrommel. Der Platz sei begrenzt. Von daher müsse man gut planen. Doch man stehe im engen Kontakt mit der AWO St. Ingbert. Die Kollegen dort helfen den Freunden in Dudweiler bei Bedarf aus, da sie meist Überbestände haben. "Das hängt mit der dort fehlenden Blauen Tonne zusammen", meint Nickolai. Die verhindere, dass brauchbare Altkleider den Weg zur Arbeiterwohlfahrt finden. Bedarf hat man insbesondere an Kleidung für junge Männer etwa um die 20. Klassische Herrenbekleidung von älteren Herrschaften sei für sie nicht so passend. Man sei aber für eine Kleiderkammer normal ausgestattet. Und auf Spender und Sponsoren angewiesen. Ralph Nickolai glaubt, dass manche Wohlhabenden eine Hemmschwelle hätten, hier ihre ausgemusterte Kleidung abzugeben.

Bei den Bedürftigen selbst verzichtet die Einrichtung auf Vorlage eines formellen Nachweises der Bedürftigkeit, der dazu berechtigt, sich hier einzukleiden. Man will halt niemanden stigmatisieren. Auf fünf Teile pro Person war am Samstag die Kleiderausgabe begrenzt.

Die Kleiderkammer in der Gärtnerstraße 1 ist immer montags und dienstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Geworben wurde beim Begegnungsfest auch für den Sprachkurs, den die Dudweiler AWO einmal wöchentlich in ihrer Heimstatt anbietet. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich darum, dass die Flüchtlinge Deutsch-Kenntnisse erwerben oder bereits vorhandenes Wissen vertiefen können. Es soll eine Ergänzung zur Teilnahme an regulären Integrationskursen darstellen, oder die oft monatelange Wartezeit auf einen dortigen Platz überbrücken. "Small-Talk-Deutsch", nennt Ralph Nicolai das Ganze. Es soll ausreichen, um beim Bäcker ein Brot kaufen oder den Busfahrplan lesen sowie mit dem Menschen an der Haltestelle übers Wetter reden zu können. Der AWO Sprachkurs findet jeden Dienstagmorgen um 10 Uhr statt.