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Kistenweise Nachschub für die Kleiderkammer

Kistenweise Nachschub für die Kleiderkammer

Die Arbeiterwohlfahrt lud Flüchtlinge in ihre Heimstatt in Dudweiler ein. Dort wurden die Neuankömmlinge verköstigt und auch mit Kleidung versorgt. Der Ansturm auf Hosen, Jacken und Pullover war enorm.

Die Arbeiterwohlfahrt feierte in Dudweiler am Wochenende ein Willkommensfest. Dabei wurde auch die Kleiderkammer geöffnet, denn neben Kaffee und Kuchen gab es kostenlos Kleidung für die Flüchtlinge des Stadtbezirks.

Ganze Kolonnen mit Koffern und großen Tüten verließen dabei die Heimstatt in der Dudweiler Gärtnerstraße. "So gut wie jeder Besucher wurde versorgt", erklärte der Awo-Vorsitzende Ralph Nickolai. Er schleppte kistenweise den Nachschub aus dem Lager in die Kleiderkammer. Seine Kolleginnen Monika Escher und Annegret Pfleger sorgten für die Vergabe. Die Spenden kamen dabei vom Radio Homburg. Dieses startete eine Aktion unter seinen Zuhörern, profitiert haben davon die Awo in Dudweiler und letztendlich die Flüchtlinge des Stadtbezirks.

Nickolai erklärt gegenüber der Saarbrücker Zeitung, dass die Kleiderkammer grundsätzlich für alle Bedürftige offen steht. Dass bei der Aktion im Stadtbezirk die Flüchtlinge im Mittelpunkt standen, liege auch an der Spendenaktion. "Wenn Dinge für einen bestimmten Zweck gespendet werden, sind die Hilfsorganisationen dazu verpflichtet, dass die Sachen auch genau dort ankommen." Soll heißen: Wenn es der Wunsch des Spenders ist, dass seine Zuwendungen an Flüchtlinge gehen, müssen diese auch davon profitieren.

In der Begegnungsstätte gab es dann noch Kaffee, Tee und Kuchen. Und es blieb Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen. Etwa zehn Mitglieder und Freunde der Awo waren vor Ort. Bei den Hilfsaktionen arbeitet der Verein dabei eng mit dem Netzwerk "Ankommen" in Dudweiler zusammen. Und was an Kleidern nicht gebraucht wird, geht nach Saarlouis oder Merzig, erklärt Nickolai. Gerade Kleidergrößen in S oder M würden in Lebach gebraucht. Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung sei im Übrigen in diesem Jahr "recht gut". Auch weitere Aktionen seien geplant. So wolle sein Verein künftig eventuell auch Deutschkurse anbieten. "Wir sind gerade in Gesprächen mit Germanistik-Studenten der Universität des Saarlandes ", sagt der Vereinsvorsitzende.

Eine Liste, um Interesse an einem solchen Kurs zu bekunden, lag dabei am Eingang aus. Bis zum Ende des Festes um 17 Uhr hatten sich bereits 13 Menschen eingetragen.

Wer die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, von Montag bis Donnerstag zwischen 7 und 13 Uhr die Spenden abzugeben. Wem dazu die nötige Mobilität fehlt, kann unter Tel. (0 68 97) 76 72 69 Kontakt zur Kleiderkammer aufnehmen, damit die Sachen abgeholt werden können. Die Kleiderkammer selbst hat montags und dienstags zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet.