Run auf die Kleiderkammer

Die blaue Tonne und zunehmende Hilfsbedürftigkeit von Menschen machen sich bei der Awo bemerkbar. So war die Dudweiler Kleiderkammer über Wochen fast leergefegt. Kleidung vor allem für junge Leute und Babysachen werden derzeit dringend benötigt.

Das hat die Awo in Dudweiler auch noch nicht erlebt: Über vier Wochen musste sie vorm Jahreswechsel ihre Kleiderkammer in der Gärtnerstraße schließen, weil kaum mehr Ware auf Lager war.

Beim Besuch der SZ vor wenigen Tagen sah man jedoch, dass sich die Lage mittlerweile wieder etwas entspannt hat. Aber: Dringend gebraucht werden warme Sachen für den Winter, vor allem für junge Leute. ,,Die fehlen extrem. Und auch Babysachen", sagt Ralph Nickolai, der örtliche Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt .

Doch woran liegt es, dass Kleidung, Schuhe, Mützen und andere Dinge im Awo-Domizil fehlen? An der zunehmenden Bedürftigkeit von Menschen, so der Vorsitzende. Dazu zählen auch Kriegsflüchtlinge, die auf Unterstützung angewiesen sind. ,,Sie haben unsere Solidarität verdient", sagt Ralph Nickolai. Es liegt aber auch daran, dass in der Landeshauptstadt und damit natürlich auch in Dudweiler die blaue Tonne des Entsorgers ZKE von den Bürgern vor der eigenen Haustür gefüttert wird. Was da an tragbarer Kleidung hineinkommt, geht der karitativen Einrichtung verloren. Nach Angaben des ZKE sind allein im vergangenen Jahr in allen Saarbrücken Stadtteilen 170 Tonnen Kleidung (Gewichtsangabe) eingesammelt worden, elf davon in Dudweiler . Mit dem Verkauf der Ware sollen die Gebühren stabil gehalten werden.

Die meisten Kunden der Awo kommen nach Angaben von Nickolai aus anderen Stadtteilen und St. Ingbert, aus dem Sulzbach- und Fischbachtal, manche auch aus Forbach. Für wenig Geld können sie sich eindecken. Bedürftige aus Dudweiler lassen sich selten blicken. Die Leute holen benötigte Kleidung eben dort, wo man sie nicht kennt. Diejenigen wiederum, die brauchbare Ware anliefern, sind laut Awo-Chef gut situierte Leute aus dem Stadtbezirk. Sie sind froh, wenn Hosen, Pullover oder Mäntel, die mal für teures Geld angeschafft wurden, anderen Menschen noch Freude bereiten.

Montags und dienstags ist die Kleiderkammer für Kunden von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Wer gut erhaltene Ware anliefern möchte, kann dies von Montag bis Donnerstag, 7 bis 13 Uhr, tun. Aber auch zu anderen Zeiten ist Ralph Nickolai in der Awo-Heimstatt präsent. Man kann ihn gern kontaktieren.

Kontakt: E-Mail: ralph.nickolai@gmail.com; Tel. (0 68 97) 76 72 69.

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