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Prompt erledigt vom städtischen Unternehmen
Die Erfolgsstory des Dreckweg-Telefons

Manche Leute lassen ihren Müll einfach auf offener Straße zurück.
Manche Leute lassen ihren Müll einfach auf offener Straße zurück. FOTO: Patrick Lux / picture-alliance/ dpa/dpaweb
Dudweiler/Saarbrücken. Im Jahresdurchschnitt erhält der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb bis zu 200 Anrufe pro Monat.

Jürgen Crauser wohnt mit seiner Ehefrau Brigitte in der Franz-Schubert-Straße in Dudweiler-Süd. Dort ist gerade eine aufwändige Kanalsanierung im Gange, die sich über Wochen hinzieht.  Und weil es zurzeit  ziemlich „aufgerissen“ aussieht und auch Baumaterial herumliegt,  glaubte wohl ein Mensch, seinen Sperrmüll hier auch noch abladen zu dürfen. Jedenfalls fand der SZ-Leser diese Woche vor seinem Grundstück unter anderem ein Badschränkchen, eine Lichterkette, ein Stück Teppichboden und anderen Unrat vor. Der Mann verharrte  jedoch nicht in seinem Ärger, sondern rief beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) in Saarbrücken an.


Und siehe da: Dort klappte die innerbetriebliche Kommunikation offenbar vorbildlich, sodass schon tags darauf, und zwar am frühen Morgen, die ZKE-Mitarbeiter, die mit den Aufgaben in Hinblick auf das „Dreckweg-Telefon“ betraut sind, den Müll im öffentlichen Raum beseitigten. Dafür bedankt sich der pensionierte Schulrektor ganz herzlich.

Die SZ hat den ZKE im Nachgang zu der schnellen Aktion angerufen und mehr erfahren zum Thema Dreckweg-Telefon - von Judith Pirrot, der Sprecherin des städtischen Unternehmens: Um den Bürgerinnen und Bürgern die schnelle und unbürokratische Meldung von „Dreckecken“ zu ermöglichen habe der ZKE bereits Ende 2007 mit seiner Kampagne „Sauber ist schöner“ die Telefonnummer 0800-888 56 78 eingerichtet, über die kurzfristig die Verfolgung und Beseitigung von illegalen Müllablagerungen koordiniert wird.

Der Anruf ist kostenlos. Ziel dieser Dienstleistung sei es, einen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, der sich - unabhängig von Zuständigkeiten - innerhalb der Stadtverwaltung um Beanstandungen kümmert.

Auf öffentlichen Flächen stehe  vor der Beseitigung die Suche nach dem Verursacher der Verschmutzungen im Vordergrund, teilt Judith Pirrot des Weiteren mit: „Hier werden der Kommunale Ordnungsdienst und zukünftig auch die Umweltstreife des ZKE tätig.“ Denn Müll illegal zu beseitigen stelle einen Bußgeld-Tatbestand dar. Steht der Verursacher fest, erwarte diesen ein Bußgeld. Ihm werde die Gelegenheit eingeräumt, die Beseitigung zu übernehmen.



Nur wenn dies nicht möglich ist oder der Verursacher nicht ausfindig gemacht wird, komme die Rückmeldung an den ZKE, damit die Stadtreinigung die Beseitigung übernimmt. Pirrot: „In der Regel werden 95 Prozent  der Meldungen, die öffentliche Flächen betreffen, innerhalb von zwei Werktagen abgearbeitet. Sind nicht der öffentliche Verkehrsraum, sondern private Flächen betroffen, kann es länger dauern, da der ZKE keine rechtliche Handhabe hat, eine Reinigung durchzusetzen. Hier ist die Einsicht und die Wahrnehmung der eigenen Verantwortung für den Grundbesitz gefragt.“

Innerstädtisch werden laut ZKE am häufigsten Maßnahmen mit dem Ordnungsamt - wenn etwa Verschmutzungen auf privaten Grundstücken gemeldet werden - und dem Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft koordiniert.

Pirrot: „Das Dreck-Weg-Telefon ist ein wichtiges Element der Kampagne ,Sauber ist schöner’, mit der die Landeshauptstadt Saarbrücken versucht, eine Sensibilisierung aller herbeizuführen und so die Verschmutzungen zu reduzieren.

Im Jahresdurchschnitt erhalte der ZKE rund 150 bis 200 Anrufe pro Monat. Gerade vor Feiertagen, wie beispielsweise Ostern, häuften sich erfahrungsgemäß die Anrufe. Dann werde es mit der Abarbeitung schwierig, und einiges gehe nicht so schnell wie gewohnt.

Das „Dreckweg-Telefon“ ist Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr erreichbar. Unsaubere Stellen können aber auch per E-Mail (sauberistschoener@saarbruecken.de) gemeldet werden. Der ZKE kümmert sich dann kurzfristig um die Verfolgung und Beseitigung der gemeldeten illegalen Müllablagerungen.