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Ein Buchautor mit reichlich Humor
Ein Buchautor mit reichlich Humor

Buchautor Alfons Klein schafft es sogar, den klassischen Familienkonflikt aus Shakespeares „Romeo und Julia“ nach Mauschbach und Baltersweiler zu verlegen.
Buchautor Alfons Klein schafft es sogar, den klassischen Familienkonflikt aus Shakespeares „Romeo und Julia“ nach Mauschbach und Baltersweiler zu verlegen. FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. Leicht und beschwingt: Eine Lesung mit Alfons Klein im Dudweiler Bürgerhaus.

„Wir wollten heute mal etwas Leichteres haben“, sagt Waldtraud Baldus am Ende der Lesung sichtlich vergnügt. Privat liest die Frau aus Püttlingen gerade ein Buch des verstorbenen Autors Roger Willemsen, da kommt ihr der Abend im Bürgerhaus als Kontrastprogramm gerade recht. Sie und ihre Schwester Rita Rubai kannten den Autor noch nicht, wie sie erzählen. Doch Alfons Kleins humoristische Geschichten mitten aus dem Leben überzeugen sie: „So läuft es im Alltag ja wirklich oft ab“, sagt die in Dudweiler wohnende Schwester.


Es finden sich leider nur wenige  Besucher im Kultur- und Lesetreff ein. Doch die sind von der Lesung des ehemaligen Lehrers aus St. Wendel hörbar angetan. Beispielsweise wenn er den klassischen Familienkonflikt aus Shakespeares „Romeo und Julia“ nach Mauschbach und Baltersweiler verlegt. Dort verliebt sich Ronnie, ein Baltersweiler Bub, in Julia aus Mauschbach. „Der do war aber net ausm Dorf“, sagt Julias Vater. Und auf der Mauschbacher Kerb wird Ronnie als „klenner Freckert“ bezeichnet. Dem Misstrauen der heimischen Bevölkerung und einer Kirmes-Schlägerei begegnet Ronnie mit Interesse für den Kaninchenzuchtverein – und gewinnt so die Herzen des rivalisierenden Dorfes. „Nicht jede Geschichte muss mit Mord und Totschlag enden“, lässt Alfons Klein die Story ausklingen.

In einem seiner Gedichte auf „Senglisch“, einer Mischung aus Saarländisch und Englisch, kommt sein Wortwitz zu voller Entfaltung. „Morje is e nasser day“ hinterfragt er geschickt die Floskel vom Nach-vorne-schauen und setzt dem ironisch das Schwarzsehen entgegen. Anrührend wird es, wenn er die Geschichte von „Europa“ erzählt. Dabei handelt es sich um eine syrische Wirtin, die ihm und seiner Frau ihre von Melancholie durchzogene Lebensgeschichte erzählt. Etwa, wie sie ihren Mann bei einer Bootsfahrt lieben lernt und er später von einem Törn nicht mehr zurückkommt. Auch wenn sie ihre Heimat – noch vor dem seit Jahren tobenden Bürgerkrieg – wunderschön findet, entscheidet sie sich doch für ein Leben im friedlichen Europa. „Wie hätte ich in all die früheren Abhängigkeiten verfallen können?“, fragt sie rhetorisch an einer Stelle.



„Man kann nicht alles haben im Leben – manches aber doch“: So ist die Lesung überschrieben und neben den genannten Beispielen jongliert Alfons Klein in „Fußball ist unser Leben“ mit den tatsächlich geäußerten Weisheiten der Fußballstars. Er beobachtet die kleinen, alltäglichen Gespräche und erzählt davon, dass es beim Kinderkriegen nicht um Liebe geht, oder hat als Fazit nach einer Diskussion, ob Schmerzen im Knie oder an den Zähnen schlimmer sind, die Erkenntnis: „Der schlimmste Schmerz ist der eigene.“ Lässig in seinem Stuhl sitzend liest der gut gescheitelte und in Ehren ergraute Pensionär voller Selbstbewusstsein seine kleinen Anekdoten vor.

Wer Alfons Klein erleben möchte, hat dazu am kommenden Donnerstag, 22. Februar, die Gelegenheit. Dann nämlich ist er ab 18 Uhr im Kultur- und Lesetreff St. Arnual zu Gast. Am Donnerstag, 1. März, liest er dann um 16 Uhr im Kultur- und Lesetreff Malstatt. Die nächste literarische Veranstaltung in Dudweiler ist am Mittwoch, 21. März. Dann liest Stefan Blasius aus seinem Buch „Die Frau vom Bostalsee“. „Dabei handelt es sich um eine Familien- und Lebensgeschichte“, erklärt Yvonne Schurtz, die Leiterin des Kultur- und Lesetreffs in Dudweiler. Ebenfalls im Bürgerhaus findet der Vorentscheid zum Lese-Dino statt: am Donnerstag, 8. März, 15 Uhr. Lese-Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.

(bo)