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Zahl der Grenzgänger in der Region seit 2000 verdoppelt

Immer mehr Pendler nach Luxemburg : Über 250 000 Grenzgänger pendeln in der Großregion

Auch im Corona-Jahr 2020 hat es mehr Pendler gegeben. Ein Land bleibt nach wie vor Magnet auf dem Arbeitsmarkt der Großregion.

Mehr als 250 000 Menschen aus der Großregion pendeln zur Arbeit in eines der Nachbarländer. Damit hat sich deren Zahl in den vergangen 20 Jahren verdoppelt. Das zeigt eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion, die der Interregionale Parlamentarierrat (IPR) in Auftrag gegeben hatte. „So viele Grenzgänger wie in unserer Großregion gibt es in keiner anderen der EU-Binnen-Grenzregionen“, kommentierte Landtags- und IPR-Präsident Stephan Toscani (CDU). „Diese hohe Zahl an Grenzgängern ist unser Alleinstellungsmerkmal in der gesamten EU.“

Die Ergebnisse der Studie stützen sich auf die Zahlen der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA) und verdeutlichen, dass über den langen Analysezeitraum hinweg die Mehrzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze in Luxemburg von Grenzgängern besetzt wurde.

Laut dem Bericht kamen 2019 über die Hälfte aller Grenzgänger in der Großregion aus Frankreich und über drei Viertel arbeiteten in Luxemburg. „Die stetige Intensivierung der grenzüberschreitenden Arbeitnehmermobilität in der Großregion ist jedoch nicht in allen Teilgebieten zu beobachten“, heißt es im Bericht. „Der allgemeine Anstieg der Grenzgängerzahlen seit 2005 um 50 Prozent lässt sich insbesondere auf die Entwicklungen in Luxemburg zurückführen.“ Die deutschen Bundesländer hingegen registrieren im gleichen Zeitraum einen Rückgang der zum Großteil aus Frankreich kommenden Arbeitnehmer.

Der Trend, dass immer mehr Menschen Richtung Luxemburg pendeln, hat sich auch im Corona-Jahr 2020 fortgesetzt. Das zeigen erste Zahlen der IBA. Demnach überquerten im vergangenen Jahr 199 830 Grenzgänger täglich oder mindestens einmal pro Woche eine Grenze der Großregion, um im Großherzogtum zu arbeiten – das sind 2830 Menschen mehr als 2019 (plus 1,4 Prozent).

Allerdings handelt es sich um eine geringere Steigerung der Pendlerzahlen als in den Vorjahren. Zum Vergleich war deren Zahl zwischen 2018 und 2019 um fünf Prozent gestiegen. „Der Anstieg zwischen 2019 und 2020 ist der geringste seit 2013“, teilt die IBA mit. 2020 seien vor allem mehr Rheinland-Pfälzer (plus 1030 Menschen) und Lothringer (plus 820) im Großherzogtum beschäftigt gewesen.

Auch die Zahl der Saarländer, die in Luxemburg arbeiten, sei gestiegen, wenn auch weniger stark (von 9600 Menschen im Jahr 2019 auf 10 050 im Jahr 2020). Außerdem habe angesichts der Pandemie in allen Teilregionen mobiles Arbeiten stark zugenommen.