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Bundesagentur nennt Winter-Einflüsse als Grund

Saar-Arbeitsmarkt : Wieder mehr Arbeitslose im Saarland

Im Saarland müssen immer mehr Menschen mit Arbeitslosigkeit zurechtkommen. Nach den jüngsten Zahlen für Januar 2021 stieg die Zahl der Betroffenen innerhalb von vier Wochen um 2000 auf aktuell 39 900 Frauen und Männer.

Das entspricht einem Anstieg um 5,4 Prozent. Anders als in den Vormonaten macht die Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit jedoch nicht Corona als Hauptgrund für die Entwicklung aus. Es handele sich um übliche Saisoneinflüsse. So ist zum Beispiel die Bauwirtschaft in Wintermonaten auf weniger Baustellen tätig wie im Rest des Jahres. Viele Baustellen ruhen in Zeiten von Frost und Schnee.

Beim Blick auf die saisonalen Einflüsse fällt auf, das sich diese im Januar 2021 geringer auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ausgewirkt haben als als noch in den Vorjahren. Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, warnt jedoch davor, dies zu unterschätzen. Denn immer noch „sind insgesamt mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr“, so Hüther. Eine Entwicklung, die besonders zu Lasten von Langzeitarbeitslosen geht, die schon ein Jahr und länger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. Vergleicht man den Januar 2021 mit dem Januar 2020 so fällt auf, dass gegenüber damals im Januar 2021 rund 4700 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Ein Beweis auch dafür, dass nicht nur Corona den Arbeitsmarkt belastet, sondern auch strukturelle Enflüsse wie eine beschleunigte Digitalisierung mit Automatisierung in der Produktion sowie eine Veränderung der Zahl der Aufträge in zahlreichen Betrieben. Der Verlauf der Arbeitslosigkeit hat also auch viel mit generellen großen Veränderungen in Betrieben und am Arbeitsmarkt zu tun.

Auch der Arbeitsmarktbereich, der die Unterbeschäftigung erfasst, also Personen mit unterstützenden Kursen zur erfolgreichen Wiederaufnahme einer Beschäftigung oder andere Personen, die nicht mehr in der Statistik als Arbeitslose gemeldet werden, hat sich negativ verändert. Hier wurden für das Saarland im Januar 52 700 Personen registriert, 2700 oder 5,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Positiv könnte sich in den nächsten Monaten auswirken, dass inzwischen auch weniger Unternehmen bei den Arbeitsämtern einen Antrag auf Kurzarbeit einreichen. Demnach meldeten im Januar 900 Betriebe für insgesamt 7600 Mitarbeiter Kurzarbeit an. Zum Vergleich: Im Dezember waren es noch 1100 Anzeigen für 13 800 Beschäftigte. Ein Antrag auf Kurzarbeit bedeutet noch nicht, dass diese auch automatisch in den entsprechenden Betrieben umgesetzt wird. Zuvor wird der Antrag auch ausführlich geprüft. Zudem ziehen manche Betriebe auch solche Anträge wieder zurück, weil sich inzwischen wieder mehr Aufträge ergeben haben.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Saarland im November 2020 nach den jüngst verfügbaren Zahlen bei 391 800 Personen. Das waren 1,2 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.