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Trotz Corona: Zahl der Grenzgänger in der Großregion nimmt zu

Grenzübergreifende Mobilität : Auch im Corona-Jahr arbeiten mehr als 10 000 Saarländer in Luxemburg

Immer mehr Menschen fahren zum Arbeiten ins Großherzogtum. 2020 blieb der Zuwachs an Pendlern allerdings geringer als in den Vorjahren.

Immer mehr Menschen aus der Großregion pendeln nach Luxemburg. Auch im Corona-Jahr 2020 hat sich dieser Trend fortgesetzt, wie erste Zahlen von der Internationalen Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt in der Großregion (IBA) mit Sitz in Saarbrücken zeigen. Demnach überquerten im vergangenen Jahr 199 830 Grenzgänger täglich oder mindestens einmal pro Woche eine Grenze der Großregion, um im Großherzogtum zu arbeiten – das sind 2 830 Menschen mehr als 2019 (+1,4 Prozent).

Allerdings handelt es sich um eine geringere Steigerung der Pendlerzahlen als in den Vorjahren. Zum Vergleich war deren Zahl zwischen 2018 und 2019 um fünf Prozent gestiegen. „Der Anstieg zwischen 2019 und 2020 ist der geringste seit 2013“, teilt die IBA mit. 2020 seien vor allem mehr Rheinland-Pfälzer (+ 1030 Menschen) und Lothringer (+820) im Großherzogtum beschäftigt gewesen. Auch die Zahl der Saarländer, die in Luxemburg arbeiten, sei gestiegen, wenn auch weniger stark (von 9600 Menschen im Jahr 2019 auf 10 050 im Jahr 2020).

Außerdem geht die IBA in ihrem zwölften Bericht auch auf die Herausforderung der Pandemie ein. Die Grenzschließungen und die Notwendigkeit, aufgrund von Corona die Kontakte zu reduzieren, hatten große Auswirkungen auf die Pendlerströme. Statt voller Züge und Staus auf der Autobahn war mobiles Arbeiten angesagt. „Die Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet den Arbeitnehmern die Möglichkeit, einen Großteil ihrer Arbeit außerhalb der Räumlichkeiten des Unternehmens zu erledigen. Trotz steigender Tendenz war die Telearbeit vor der Pandemie eine wenig verbreitete Arbeitsform“, stellt die IBA fest.

Das belegt auch eine Studie des luxemburgischen Forschungsinstituts Liser aus dem Sommer 2019. Da erklärten 88 Prozent der Arbeitnehmer, dass sie keine Möglichkeit zur Telearbeit hätten, aber lediglich rund die Hälfte von ihnen aufgrund der Art ihrer Tätigkeit. Das hat die Corona-Krise geändert. „Einige Unternehmen mussten kurzfristig Computerausstattung anschaffen, um ihren Arbeitnehmern geeignete Werkzeuge für die Telearbeit bereitstellen zu können. Die Verarbeitung sensibler Informationen, insbesondere im Bankenwesen, musste genauer geprüft werden. In der Folge nahm die Telearbeit in Luxemburg wie auch in den anderen Teilregionen stark zu, in allen Bereichen, in denen die Arbeit auf Distanz möglich ist (Finanzsektor, Versicherungen, Recht usw.)“, fasst die IBA in ihrem Bericht zusammen.