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Sondertermine für Werstoffe und Grünschnitt

Müllabgabe : Auf dem Wertstoffhof herrscht Ordnung

Wer die Corona-Zeit nutzt um zu entrümpeln, kann nun endlich wieder seinen Sperrmüll am Wertstoffhof abgeben – allerdings nur mit Termin.

„Bisher läuft hier alles ganz entspannt ab“, erklärt ein Mitarbeiter am Eingang des Wertstoffhofes St. Ingbert am Dienstagvormittag, als dieser zum ersten Mal nach der Schließung wegen Corona wieder öffnet. Zwei Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebes stehen am Eingang und lassen in zeitlichen Abständen zwei bis drei Autos hinein. Ausgestattet mit der Terminliste aus dem Rathaus, wird einzeln abgehakt und über den Namen und das Nummernschild kontrolliert, dass jeder zu seinem festgelegten Termin hinein kann. Bei der Abgabestelle für Elektroschrott steht ein weiterer Mitarbeiter, der die Kunden zu den richtigen Abgabestellen für das unterschiedliche Material lotst. Es wird streng kontrolliert, dass jeder zügig ablädt und man sich nicht zu nahe kommt.

Schon am Montag hatte das Rathaus die Terminvergabe eröffnet. Nachdem mehr und mehr Müll auch in Wäldern illegal entsorgt worden war, musste man nun eine Lösung finden, um die Abgabe von Haushaltsgeräten, Metall und anderen Materialien zu gewährleisten. „Da wir mit großem Andrang gerechnet haben, fiel die Entscheidung, den Wertstoffhof im Notbetrieb zu öffnen und Abgaben nur mit Termin zuzulassen“, sagt Florian Jung, Pressesprecher der Stadt. „Wir wurden aber nicht überrannt. Am Montag haben drei Mitarbeiter hier im Rathaus die Terminanfragen koordiniert und zwischen 8 und 12 Uhr 350 Anrufe entgegengenommen. Diese Regelung wurde von den St. Ingbertern mit viel Verständnis angenommen. Das Konzept ist aufgegangen.“ Dankbar für den geordneten Einlass sind auch die Wertstoffhof-Mitarbeiter vor Ort: „Ohne die Termine wäre das hier nicht gegangen. Der Wertstoffhof ist für viele nicht nur eine Abgabestelle. Oft sind hier auch ältere St. Ingberter, die zum Beispiel nur einen alten Mixer abgeben wollen. Die treffen dann vielleicht jemanden, den sie kennen, und dann wird hier gestanden und sich unterhalten. So etwas geht zurzeit natürlich nicht.“ Bei Normalbetrieb sei die Autoschlange vor dem Hof oftmals kaum zu überschauen. Heute, wo fast nur Bürger mit Termin kommen, seien es immer nur drei bis vier Autos, die in der Schlange stehen und warten. Bisher habe sich jeder an seinen Termin gehalten und fast jeder, der hier aufschlägt, trägt Mundschutz, wie auch alle Mitarbeiter.

Die Kontrolle an der Einfahrt des Wertstoffhofs. Foto: Sarah Tschanun

Nur ein Kunde scheint nicht ganz zufrieden. Er habe ein Umzugsunternehmen. Einige Kühlschränke und Metallmöbel müssten abgegeben werden. Er ist ohne Termin da und versucht mit dem Mitarbeiter, der den Einlass kontrolliert, zu diskutieren. „Ich komme ja mit meinen Mitarbeitern, und das geht auch ganz schnell mit dem Ausladen. Wir können nur spontan kommen, da wir ja den ganzen Tag arbeiten und das jetzt nicht so festlegen können“, versucht er den Wertstoffhof-Mitarbeiter zu überreden. Dieser zeigt Verständnis, bleibt aber bei der Anordnung aus dem Rathaus: „Das geht im Moment nur mit Termin. Rufen Sie bitte die 13 313 an. Wir können sicher auch einen speziellen Termin abmachen, wenn sie so viele Großgeräte haben, das kann man ja besprechen.“ Etwas widerwillig zieht der Kunde von hinnen. „Wir müssen die Kunden, aber natürlich auch uns selbst schützen. Bisher gibt es bei uns im Entsorgungsbetrieb keinen Corona-Fall. Und das soll auch so bleiben. Stellen sie sich vor, wir würden ausfallen, dann wäre die gesamte Müllabfuhr in St. Ingbert betroffen und das könnte echte Probleme geben“, sagt er und ist sichtlich froh, dass er sich auf die Regelung der Stadt berufen kann. Wie es weiter geht, muss nun wöchentlich neu bewertet und entschieden werden: „Wir müssen jetzt einfach schauen, wie es läuft. Nächste Woche wird es weiter nur mit Terminen möglich sein Wertstoffe und Grünschnitt abzugeben. Dafür haben wir ja noch die zwei Sondertermine für den Grünschnitt am Freitag und für die Berufstätigen am Samstag dieser Woche. Auch für uns sind das neue Situationen und Schutz bleibt weiter am wichtigsten“, betont Jung.