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Bilanz der Corona-Behandlungszentren in Saarbrücken und Völklingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Bilanz : Bilanz der Corona-Behandlungszentren in Saarbrücken und Völklingen

Die SZ bat das Klinikum Saarbrücken und die SHG Klinik in Völklingen um Zahlen. Bislang hatten sie insgesamt rund 240 Patienten.

Aufatmen im Regionalverband. Die Corona-Verordnung ist gelockert. Das Leben kommt wieder in Schwung. Sind wir auf dem Weg zurück in die Normalität? Ist Corona wirklich auf dem Rückzug? Wie ist der Stand der Dinge in den beiden Corona-Behandlungszentren im Regionalverband? Die SZ bat das Klinikum Saarbrücken und die SHG Kliniken in Völklingen um eine Bilanz der vergangenen Wochen.

Das Klinikum Saarbrücken gab uns folgenden Überblick. Auf dem Winterberg stehen in vier Intensivstationen 74 Beatmungsbetten für Erwachsene und 16 für Kinder. Drei Normalstationen kümmern sich um Corona-Patienten, die nicht beatmet werden müssen. Rund 100 freiwillige Helfer haben sich von außer­halb gemeldet.

Der erste Kranke wurde am 15. März eingeliefert. Er stammt aus dem Regionalverband. Und wenig später musste auch schon der erste Patient an ein Beatmungsgerät. Seither liegen im Schnitt knapp 40 Corona-Patienten auf dem Winterberg.

Rund 30 Prozent aller Patienten mussten bislang an ein Atemgerät. Die weitaus meisten sind über 70 Jahre  alt. Aber auch andere Altersgruppen sind vertreten. Der Jüngste auf der Normalstation ist 21. Der jüngste Fall, der beatmet wurde, ist  48. Frauen und Männer sind etwa gleichstark vertreten. Die Kranken kommen sowohl von zuhause als auch aus Pflegeeinrichtungen. Sechs Patienten hat der Winterberg aus französischen Kliniken übernommen.

Insgesamt rund 80 Corona-Patienten hat das Klinikum bislang behandelt. Einige wurden später in andere Kliniken verlegt, deshalb lässt sich nicht exakt feststellen, wie viele davon inzwischen genesen sind. Das Klinikum hat aber ausgerechnet: Die Todesrate unter denen, die auf dem Winterberg behandelt wurden, liegt bei knapp 25 Prozent.

Täglich braucht das Klinikum rund 1000 Masken und mehrere Hundert Schutzkittel. Brillen und Visiere werden desinfiziert. Das Klinikum hatte ausreichende Vorräte und bat seine Mitarbeiter, sparsam mit dem Material umzugehen. Zwar drohten zeitweise „Versorgungslücken“ – aber aktuell ist das Klinikum „gut aufgestellt“. Auf die Frage, ob das Personal Angst habe und wie es damit umgehe, versichert  Dr. Christian Braun, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor auf dem Winterberg: „Die Stimmung ist professionell. Wir haben unsere Leute weiter ausgebildet, das hat viel Sicherheit gegeben und Ängste minimiert.“

Die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) teilte Folgendes mit: Die Völklinger SHG Klinik hat 76 Betten und 46 Beatmungsgeräte für Corona-Patienten. Betreut werden sie von 85 Pflegekräften und vier Ärzten. Der erste Patient kam am 22. März direkt von zuhause. Der erste Corona-Kranke, der beatmet werden musste, kam am 25. März aus Metz. Insgesamt übernahm die SHG sechs Patienten aus Frankreich und 14 aus Kliniken der näheren Umgebung auf ihre Intensivstation.

Auf der Normalstation lagen schon mal 12 Patienten, zurzeit sind es im Schnitt drei. Bislang mussten insgesamt 19 Menschen beatmet werden. Die Patienten auf der Intensivstation sind zwischen 29 und 80, die auf der Normalstation zwischen 25 und 86 Jahre alt. Zwei Drittel sind Männer, ein Drittel Frauen.

Inzwischen hatte die SHG insgesamt 158 Corona-Patienten, 20 lagen auf der Intensivstation, und 138 waren es auf der Normalstation – inklusive der Verdachtsfälle. Acht Patienten sind gestorben, 85 gelten als geheilt – sieben davon lagen auf der Intensivstation.

Die Sterberate aller Corona-Patienten der SHG liegt demnach bei rund 5 Prozent. Auf der Normalstation starben 2 Patienten, beide rund 85 Jahre alt. Auf der Intensivstation starben 6 Menschen im Alter zwischen 58 und 84. Im Augenblick liegen vier Patienten auf der Normalstation, 7 auf der Intensivstation und vier werden beatmet.

Pro Tag verbraucht die SHG derzeit rund 1000 normale Mundschutzmasken plus etwa 50 Masken der Klasse FFP 3 und 80 Schutzkittel. Brillen und Visiere werden desinfiziert. Masken und Kittel waren immer genug da. Nur bei Schutzhauben und Handschuhen meldet die SHG „derzeit Lieferschwierigkeiten“.

Professor Dr. Harald Schäfer, der Ärztliche Direktor der SHG, erklärt, die Situation sei anfangs für das Personal sehr ungewohnt gewesen. Aber alle seien „hoch motiviert“ die Dinge angegangen: „Vor ungewissen Ängsten stand die Professionalität.“