Preisträger 2018 am Universitätsklinikum Homburg

Preisträger Uniklinikum : Preisträger und goldene Hutträger

Es gab vor Weihnachten nicht nur Doktorhüte, sondern auch Preise am Uniklinikum. Wir stellen die insgesamt sieben Preisträger vor.

Was wäre eine akademische Feier ohne Preisverleihungen? Es gibt davon einige, die zu verschiedenen Anlässen und zu verschiedenen Jahreszeiten vergeben werden. Im Sommer anlässlich der Hochulwoche wird Nachwuchsforschern der Wissenschaftspreis zuerkannt, im Herbst verleihen die Freunde des Universitätsklinikums ihre Forschungspreise, es gibt den Dr. Peter-Theiss-Forschungspreis, der Verope-Forschungspreis - und vor Weihnachten werden die Pagialrello-Preise und das Novartis-Stipendium übergeben. Und die Fachschaft Medizin kürt diejenigen Dozenten und Mitarbeiter, die den Studenten das Studium noch ein Stück weit angenehmer machen als es in Homburg ohnehin schon ist.

Nicht zu vergessen der PJ-Lehrpreis. PJ steht für „Praktisches Jahr“ . Dieser Preis wurde 2017 im Rahmen des 10-Punkte-Programms zur Verbesserung der PJ-Lehre am Universitätsklinikum des Saarlandes durch die PJ-Faculty eingeführt und wird seitdem jährlich verliehen. Gestiftet wurde der diesjährige Preis in Höhe von 4000 Euro von der Willy Robert Pitzer Stiftung.

 In diesem Jahr wurde dieser Preis an Dr. Anouck Becker aus der Klinik für Neurologie verliehen. Zuvor waren Assistenz- und Fachärzte von PJ-Studierenden vorgeschlagen worden, die sich Professor Berthold Seitz, dem Fakultätsbeauftragten für das Praktische Jahr am Universitätsklinikum, persönlich vorstellten.

Nominiert wurden insgesamt sieben Ärzte, Anouck Becker überzeugte mit ihrem Lehrkonzept und sammelte die meisten Punkte.

Die Fachschaft Medizin zeichnet ebenfalls Dozenten oder Mitarbeiter aus, diesmal fiel die Wahl auf Dr. Dominik Monz, der von seinem Glück nichts wusste und „total überrascht“ war, den „Ehrenpreis der Lehre“ zu bekommen. Zumal er gar nicht lehrt, sondern im Dekanat „eher organisatorisch tätig ist“, wie er betonte.

Doch auch dafür sind Studenten äußerst dankbar: wenn Anträge und Anerkennungen schnell bearbeitet werden, wenn keine lästigen Wartezeiten entstehen, wenn Monz sich persönlich darum bemüht, einen Vorgang abzukürzen, so dass am Ende alle Formulare da sind und man sich viel Ärger erspart hat.

Den Calogero-Pagliarello-Preis für besondere Leistungen teilten sich diesmal drei Preisträger, die mit jeweils 1000 Euro geehrt wurden: Masood Abu-Halima, Hsin-Fang Chang und David Schub. Während Abu-Halima und Chang englischsprachige Forschungsarbeiten abgeliefert hatten, befasste sich David Schub mit der Charakterisierung „der spezifischen Immunantwort gegen Herpesviren.“

Den mit 5000 Euro dotierten Pagliarello-Forschungspreis bekam Bin Qu für die „Immunüberwachung bei Tumorpatienten“, im Original: „Intrinsic and extrinsic factors to optimize immunosurveillance against tumor.“

Der am höchsten dotierte Preis ist nicht als Preis, sondern als Stipendium definiert, es handelt sich um das Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung, das mit 8000 Euro ausgelobt wird. Es wurde an Dr. Emmanuel Ampofo verliehen für sein Forschungsprojekt „Doping für die Insel: Stimulation der Revaskularisierung transplantierter Langerhans-Inseln durch Erythropoietin“. Ampofo arbeitet am Institut für experimentelle Chirurgie und wird das Stipendium umgehend in die Forschung stecken. Ampofo hat am Homburger Johanneum Abitur gemacht, in Molekularbiologie und -chemie in Saarbrücken promoviert - und ist mit seinem Forschungsprojekt wieder in Homburg gelandet. Was er erforscht, können Diabetiker gut verstehen: Er will dafür sorgen, dass gesunde Langerhans-Inseln - Zellansammlungen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren und ausschütten -, wieder in die Bauchspeicheldrüse eingepflanzt werden können und dort auch anwachsen, was derzeit noch ein Problem darstellt, das mit Hilfe der aus dem Doping bekannten Substanz „Epo“ gelöst werden könnte. Dafür, so Ampofo, sei das Geld gut angelegt. Und dann waren da noch die acht älteren Herren, alle längst im Ruhestand, die 1968 am Uniklinikum promoviert worden waren und als verspäteten Preis ihren Doktorhut bekamen. Ihre Lebenswege verliefen unterschiedlich, die meisten wurden niedergelassene Ärzte und wohnen in ganz Deutschland verstreut.

Während Dr. Detlef Sachse nach dem Studium in Homburg blieb, eine urologische Praxis betrieb und „nur 300 Meter vom Uniklinikum entfernt“ wohnt, verließ sein damaliger Kommilitone Hans-Georg Möller Homburg vor genau 50 Jahren in Richtung Ruhrgebiet und hat erst für die Hutverleihung ein halbes Jahrhundert später den Campus wieder betreten. Es habe sich alles „doch sehr verändert“, sagte er - und sprach damit den anderen Jubilaren aus dem Herzen. Gekommen waren sie alle gerne. Oder, wie Dekan Menger sagt: „Man weint in Homburg zweimal, einmal, wenn man kommt und einmal, wenn man wieder geht.“

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