Diamantene Hochzeit Helmi und Manfred Kelleter in St. Ingbert

Diamantene Hochzeit : Auch „Kleinigkeiten“ können eine Ehe dauerhaft lebendig halten

Helmi und Manfred Kelleter feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. In den 60 Jahren haben die beiden St. Ingberter viel miteinander erlebt und voneinander gelernt.

In einer Jugendfreizeit sind sich Helmi und Manfred Kelleter 1955 erstmals begegnet. Ihm gefielen an ihr damals die „frechen lieben Augen, die immer ,aufblitzten’“. Danach verloren die beiden sich allerdings vorerst aus den Augen und sahen sich erst zwei Jahre später auf der Straße wieder, als beide sich in der Mittagspause von da ab täglich begegneten und von weitem grüßten. Nach einer Verabredung waren sie unzertrennlich und schlossen nach einem Jahr Gemeinsamkeit 1958 in der Martin-Luther-Kirche die Ehe.

Helmi Kelleter heiratete einen „gutaussehenden, lebenslustigen und fröhlichen Mann“, dessen ganze Art sie für ihn einnahm. Manfred Kelleter muss lächeln, wenn er an damals denkt, als er das Mädchen mit dem „lieben Wesen“ und dem „Kopf voller rötlicher Locken“, zu seiner Frau nahm. Bereits 1961 war die Familie mit zwei Kindern komplett. In ihren „angeheirateten“ Familien, die eine katholisch, die andere evangelisch, fühlten sich beide jeweils sehr gut aufgenommen. Auch jetzt noch schwärmt der 84-Jährige von seiner Frau und ihren praktischen Fähigkeiten, die sie bei der ersten Begegnung im Ferienlager beim Decken des Tisches unter Beweis stellte. „Das ist auch heute noch so. Und sie kann so gut kochen. Manchmal hat sie auch wie meine Mutter gekocht, nur um mir eine besondere Freude zu bereiten“, sagt der Ehemann. Wichtig sei im Zusammenleben gegenseitige Toleranz, den anderen nicht umkrempeln zu wollen und auch vermeintliche Kleinigkeiten zu schätzen. So findet Helmi Kelleter täglich einen lyrischen (Zettel-)Gruß auf dem Frühstückstisch. „Man muss sich immer mal wieder was Neues einfallen lassen, den Partner zu erfreuen“, sagt er und zeigt auf die kleinen selbstgeflückten Blumensträuße, die er seiner Helmi fast täglich von den Spaziergängen mitbringt. Richtet sie ihm vor dem gemeinsamen Fernsehabend das Kissen auf dem Sofa, fühlt er sich geborgen.

Manfred Kelleter ist ein Umtriebiger, hat immer viel gemalt, gedichtet, geschrieben oder fotografiert. In der Freizeit hat er sich um die Kinder gekümmert. Mit dem Alter sei man noch mehr zusammen gewachsen, aber auch die Angst um den anderen werde größer. Die beiden lieben sich nach wie vor, würden sich wieder heiraten und machen fast alles gemeinsam. „Wir genießen unsere Zeit zusammen mehr denn je“, sagt das Jubiläumspaar, das früher in den Campingurlaub fuhr. Durch ihn habe die 79-jährige Helmi die Berge kennen- und lieben gelernt, sei mutiger geworden und habe viel über Kunst gelernt. „Ich habe dahingehend kein Talent, aber durch meinen Mann das Sehen gelernt“, sagt sie. Kunst habe das Eheleben sehr bereichert. War er als Maschinenbautechniker auf Arbeit oder malte und schrieb in seiner Freizeit, hielt sie ihm den Rücken frei. Sie ergänzen sich gut – er sei der Kreative, sie die Praktische. Anlässlich ihres 60. Hochzeitstages sagt er über sie: „Meiner Frau gehört eigentlich der Diamant in der Krone.“ Alles habe sie immer mit Liebe und Hingabe gemacht. Natürlich gibt es auch zur Diamantenen Hochzeit einen Spruch von Manfred Kelleter: „Das steht feschd, off jede Fall, hat die Eh so lang gehall. On die nägschde 20 Johr, nämme mer ons ah noch vor.“

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