Gepflogenheiten kennenlernen

Innerhalb des Programms „Jugend in Aktion“ lernen zwei junge Erwachsene beim Europäischen Freiwilligendienst im Spohns Haus in Gersheim das Leben im Gastgeberland kennnen.

Trinationalität steht im Stammbuch des Ökologischen Schullandheims in Gersheim. In Spohns Haus leisten derzeit zwei junge Erwachsene ihr Jahr im Europäischen Freiwilligendienst (EFD) innerhalb des Programms "Jugend in Aktion" ab und lernen dabei ganz nebenbei die Gepflogenheiten im Gastgeberland kennen. Hauptsächlich beschäftigen sie sich seit ihrer Ankunft im August vergangenen Jahres mit den zumeist jugendlichen Gästen, den Schulklassen und Arbeitsgruppen, die den Lernort Schullandheim nutzen und sind dabei, Konzepte für nachhaltige Entwicklung zu evaluieren und weiter zu entwickeln. Sie freuen sich, wenn sie diese auch gemeinsam mit Schülern umsetzen können. Die 19-jährige Halyna Mazur aus dem westukrainischen Drohobytsch, das in der Nähe von Lemberg liegt, hat schon drei Mal an verschiedenen Projekten teilgenommen und kennt daher das Haus in der historischen Dorfmitte, war sowohl bei der Europawoche als auch bei Freizeiten im Bliesgau. Das Aufgabengebiet der Tourismusstudentin an der Hochschule der Banken in Breslau umfasst in Gersheim die Arbeit mit den Kindern, die im Haus untergebracht sind, an Maßnahmen und Unterrichtseinheiten teilnehmen. Auch bei Workshops unterstützt sie die pädagogischen Kräfte, ist dabei, wenn innerhalb der Module Bäckereien besucht, Bauernhöfe besichtigt werden.

Anna Wojtowicz, 26 Jahre alt, stammt aus Przemysl in der ostpolnischen Region Podkarpackie (Karpatenvorland). Vor fünf Jahren ist das Saarland mit der Woiwodschaft eine Partnerschaft eingegangen. Die junge Polin, die in Krakau internationalen Tourismus studiert und daneben noch Kurse im Management belegt, wurde durch eine Kollegin, die an Maßnahmen im Saarland teilgenommen hatte, auf das Haus aufmerksam. Danach hat sie sich bei der Entsendeorganisation in ihrer Heimat für den Dienst beworben und kann jetzt im Saarland auch ihre Sprachkenntnisse ausbauen.

Aushilfe in der Verwaltung

Sie bereitet im Team die Sommerfreizeiten vor, nimmt Anmeldungen entgegen, führt die Korrespondenz mit den Eltern der jungen Teilnehmer und plant auch die Ausflüge, unter anderem nach Paris. Aushilfe in der Verwaltung, aber auch viele Telefonate mit Partnern führen sind in ihrem Tagesablauf fest verankert. Beide wohnen ganz in der Nähe ihres "Arbeitsortes", gehen oft im Ort spazieren, erkunden in der freien Zeit die Umgebung, unternehmen Ausflügen auch ins benachbarte Frankreich, nach Luxemburg oder in die Metropolen Frankfurt, Stuttgart oder Köln. Sie sammeln neue Ideen, neue Perspektiven, neue Erfahrungen. Für ihre Arbeit erhalten die Freiwilligen ein Taschengeld, Kost und Logis sind frei. Zum festen Programm zählt für das Duo Deutschunterricht, der in zwei wöchentlichen Unterrichtseinheiten im Saarbrücker VHS-Zentrum angeboten wird.

Der EFD wird von der Europäischen Union innerhalb des Programms Erasmus plus getragen und finanziert. In diesem Programm arbeiten und leben junge Menschen für eine bestimmte Zeit in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland.

"Wir freuen uns, dass wir als Ausbildungsstätte für den Europäischen Freiwilligendienst zugelassen sind", meint Hans Bollinger, seit sechs Jahren Leiter der seit neun Jahren bestehenden Einrichtung mit erweitertem ökologischem Profil. Hauptsächlich bewerbe man sich darum, junge Menschen aus osteuropäischen Staaten zu bekommen, da auch viele Begegnungen mit Menschen aus diesen Regionen in Gersheim stattfinden.