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Mit stillem Protest im Kampf für das Fach Bildende Kunst

Mit stillem Protest im Kampf für das Fach Bildende Kunst

Das Albertus-Magnus-Gymnasium beteiligte sich am bundesweiten Aktionstag des Fachverbandes für Kunstpädagogik. Damit wollten die Kunstlehrer auf das „Schattendasein“ des Faches Bildende Kunst hinweisen.

. Wir leben in einer Kultur, die in hohem Maße durch Bilder geprägt ist. Bilder beeinflussen das Wissen und die Vorstellungen der Menschen über die Welt. Für den Fachverband für Kunstpädagogik BDK liegt es auf der Hand, dass zeitgemäße und zukunftsorientierte Bildung heute vor allem Lernen in und mit Bildern bedeutet. Kinder und Jugendliche sollten deshalb durch qualifizierte Kunstpädagogen dazu befähigt werden, Bilder und deren Zusammenhänge in alltäglichen und herausgehobenen kulturellen Zusammenhängen angemessen zu verstehen. Denn nur im Kunstunterricht steht das "Bild" im Zentrum der Lernprozesse, wobei dieses Wort stellvertretend für alle Gestaltungsformen aus Kunst, Design, Architektur, Medien und Alltagskultur steht. Kunstunterricht leistet laut BDK einen ganz wesentlichen Beitrag zur Entfaltung kultureller Kompetenzen sowie zur umfassenden individuellen Persönlichkeitsbildung der Schüler. Ein Fach, das also mehr als eine Daseinsberechtigung in der Schullandschaft hat und dessen Zukunft hier rosig zu sein scheint, sollte man meinen. Dem ist aber nicht so. Wie Sabine Scherf und Petra Maria Fischer, Kunstlehrerinnen am Albertus-Magnus-Gymnasium, und viele ihrer Kollegen bundesweit feststellen, fällt immer mehr Kunstunterricht aus, wird in die Randstunden gedrängt oder wird fachfremd oder in freien Projekten unterrichtet. Kurz und knapp - Bildende Kunst (BK) wird in allen Schulformen stiefmütterlich behandelt. "Zu Unrecht", wie Scherf und Fischer finden. Um auf diese spezielle Form der Bildungsmisere aufmerksam zu machen, beteiligte sich das AMG am bundesweiten Aktionstag des BDK unter dem Motto "Bildung braucht Bilder", den die Schule gleich zur Aktionswoche machte, um alle Schüler zu erreichen. Wie macht man Schülern und Lehrern begreiflich, was passiert, wenn die Kunst aus dem öffentlichen Raum verschwindet? Man sorgt beispielsweise für eine "kunstfreie" Schule, indem, wie im Falle des AMG, alle Bilder an den Wänden und alle Skulpturen in den Gängen mit weißen Tüchern oder Papier verhüllt werden. "Ist das ein Christo-Aktionstag?" oder "Was war eigentlich auf dem Bild, das dort hängt, zu sehen?", waren nur zwei der Fragen, mit denen die Schüler ihren Kunstlehrern zeigten, dass sie den "Kunststreik" sehr wohl wahrgenommen hatten. Andreas Möller vom BDK, der am Aktionstag der St. Ingberter Schule seinen Besuch abstattete, beklagt, dass es in BK keine Leistungskurse mehr gibt und dass das Fach nicht mehr wählbar ist. Dass die Kunst im AMG, wie auf Zetteln verkündet, "dann einfach mal weg ist", findet er aus beruflichen Gründen eigentlich nicht so gut. Aber in diesem Fall schon, da hier der Zweck die Mittel heiligt. Für Aufmerksamkeit sorgte die Aktion allemal. "Es ist komisch, wenn die Farbtupfer an der Wand fehlen", sagt eine Schülerin, die sich schon jetzt darauf freut, dass es bald wieder bunter im Schulhaus "zugeht".