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Familien-Partei: „Das Boot St. Ingbert ist keineswegs voll“

Familien-Partei: „Das Boot St. Ingbert ist keineswegs voll“

Zusätzliche Stellen als Sozialarbeiter und in den Schulen – damit soll laut der Familien-Partei die Integration von Flüchtlingen in St. Ingbert gelingen. Denn Vorsitzender Roland Körner sieht die zugezogenen Bürger als eine große Chance für die Stadt.

. Deutschland erlebt zurzeit den größten Zustrom von Menschen auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft seit Ende der 80er Jahre. Die Menschen, die nach St. Ingbert kommen, verdienen es aus Sicht der Stadtratsfraktion der Familien-Partei, menschlich aufgenommen zu werden. "Aber wie ist es mit der Bleibe?", fragt der Fraktionsvorsitzende Roland Körner. Perspektivisch biete sich die Chance, junge gut ausgebildete Neubürger ins soziale und wirtschaftliche Leben zu integrieren. Das über lange Jahre gewachsene Geburtendefizit und der strukturell belastende Bevölkerungsschwund würden mit der Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft abgemildert. "Das Boot St. Ingbert ist rein statistisch keineswegs voll, lebten hier in der Blütezeit doch 42 000 Einwohner, derzeit gerade noch 36 000", meint Körner.

Die Kommunalpolitik und die Verwaltung werden nun ihre Möglichkeiten ausloten sowie ihre Ziele definieren müssen, um diese Chancen nutzen zu können, heißt es in der Pressemitteilung. Bei der Suche nach Wohnungen dürfe es nicht bleiben - Integration habe vielschichtige Facetten. "Die dauerhafte Bleibe und das soziale Miteinander hängen von gelingender Integration ab", so Körner. Die Aufnahmebereitschaft der St. Ingberter Bevölkerung sei in diesem Zusammenhang absolut zu würdigen, sie sei bemerkenswert und verdiene Respekt.

Die Familien-Partei erachtet es aber auch als notwendig, ein breit gefächertes Maßnahmenpaket, ein kommunales Integrationsprogramm auf die Agenda zu setzen. Unter anderem fordert sie, dass die Stadt die Stelle eines hauptamtlichen Integrationsbeauftragten finanziert und den Sozialbereich personell aufstockt, insbesondere mit Sozialarbeitern. Zudem müssten alle Ressourcen ausgeschöpft werden, damit die Aufnahme räumlich klappt. Ferner sieht die Fraktion einen großen Bedarf an Sprach- und Integrationskursen. Die einheimische Bevölkerung müsse vorbereitet und mitgenommen werden. Ängste sollte man ernst nehmen und durch begleitete Kontaktsituationen abbauen.

Die kommunalen und kirchlichen Träger von Kindertageseinrichtungen und Schulen stehen aus Sicht der Familien-Partei in der sozialen Verantwortung, zusätzlich begleitendes Personal für die durch die Aufnahme von Flüchtlingskindern entstehende Mehrarbeit einzustellen. Dazu bedarf es der umfangreichen finanziellen Unterstützung des Landes. Die Landesregierung sei zudem aufgefordert, entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen für "Integrationshelfer" in die Wege zu leiten.