CDU-Landtagsfraktion: Diskussion zur Inneren Sicherheit in Rohrbach

Fragen zur Sicherheit : Experten informieren in Rohrbach auch zu Einbruch und Enkeltrick

Das Thema „Innere Sicherheit“ war Gegenstand einer Diskussionsrunde, zu der die CDU-Landtagsfraktion ins Rohrbacher Jugendheim eingeladen hatte. Auf dem hochkarätigen Podium saßen neben Landtagspräsident Stephan Toscani und St.

Ingberts Vize-Polizeichef Torsten Towae auch Landespolizeipräsident Norbert Rupp und als Kriminalitätsexperte Reiner Both vom Landeskriminalamt. Die Gäste erhielten Informationen aus erster Hand und bekamen Einblick in die Gedankenwelten der Einbrecher.

Das Einbrecher meist am Vormittag und in den späten Nachmittagsstunden kommen, hat sich ja schon rumgesprochen. Aber dass sie – nur mit einem Schraubenzieher ausgerüstet – 80 Prozent der Häuser öffnen können, das versetzte die Zuhörer in Erstaunen. Both erklärte auch, wie das geht und wo die Schwachstellen der Häuser sind. Er riet dazu, die mechanischen Einbruchssicherungen an Terrassen und Erdgeschossfenstern zu überprüfen. Das sei wichtiger als eine Alarmanlage. Denn eine gute Sicherung könne Einbrüche verhindern. Das könne keine Alarmanlage auf dem Markt. Diese könnten Einbrüche nur melden und seien daher als Ergänzung zu verstehen. In St. Ingbert seien die Wohnungseinbrüche allerdings um 20 Prozent zurückgegangen, vermeldete Rupp. Und nur in 25 Fällen seien die Einbrüche erfolgreich gewesen. Die Opfer tröste das nicht.

Er appellierte, verdächtige Fahrzeugbewegungen zu melden. Auf mehrfachen Meldungen ergäben sich wertvolle Hinweise für die Spezialisten. „Auch in den anderen Deliktsbereichen gibt es in St.Ingbert keinerlei Auffälligkeiten“, so Rupp. In der Kriminalitätsstatistik seien die Zahlen für 2018, die im Detail noch nicht veröffentlicht seien, für St.Ingbert im Trend rückläufig. Sorgen machten der Polizei zwei Themen: die Enkeltricks und Anrufe falscher Polizisten bei vorwiegend alten Menschen. In einem Fall sei ein Opfer um mehr als 200.000 Euro betrogen worden. Die Täter seien geschult und raffiniert. In älteren Menschen würden sie immer wieder Opfer finden, die zu Geldübergaben überredet würden.

Die beiden St. Ingberter Seniorensicherheitsberater würden gute Arbeit leisten, um hier in persönlichen Gesprächen aufzuklären. Bei den Publikumsfragen ging es um Grundsätzliches. Die anwesenden Bürger wollten wissen, warum die Polizei Fußballspiele mit hunderten Beamten sichert, ohne das den Vereinen zu berechnen, warum die Justiz oft nicht mit der Polizei an einem Strang ziehe und weshalb vielen Menschen der Respekt vor der Polizei verlorengegangen sei. Rupp und seine Begleiter nahmen sich Zeit, diese Fragen zu beantworten.

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