Die Feuerwehr St. Ingbert besteht auf mehr Parkraum am Gerätehaus

Stellplätze vor dem Gerätehaus : Feuerwehr besteht auf mehr Parkraum

Der Wehr- und der Löschbezirksführer erläutern ihre Lösungsvorschläge für die Stellplätze vor dem Gerätehaus.

Zum wiederholten Male hatte Wolfram Zintel, Löschbezirksführer St. Ingbert-Mitte, auf der Jahreshauptversammlung der Wehr auf die fehlenden Parkplätze am Feuerwehrgerätehaus hingewiesen. Dort, wo vier Haltebereiche für Busse eingezeichnet sind, fehlen im Alarmierungsfall Stellflächen für die Fahrzeuge der Kameraden und auch Übungs- und Ausbildungsfläche. So merkt die DIN 14092–Feuerwehrhäuser an, dass pro Gruppe ein Übungshof mit 250 Quadratmetern vorgehalten werden solle und die Anzahl der Pkw-Stellplätze im Freien mindestens der Anzahl der Sitzplätze der im Feuerwehrhaus eingestellten Feuerwehrfahrzeuge entsprechen soll. Dies wären in St. Ingbert-Mitte mindestens 36.

Mit Unverständnis reagieren Wehr- und Löschbezirksführung auf die fehlende Bereitschaft zur Änderung aus dem Rathaus. In der Vergangenheit war die Beschilderung für die Busse kurz verschwunden, um den Kameraden und ihren Autos Platz zu machen. Ohne Absprache mit der Wehr wurde dies wieder rückgängig gemacht. Während der Versammlung signalisierte der „oberste Feuerwehrmann der Stadt“, Oberbürgermeister Hans Wagner, sich um eine Lösung kümmern zu wollen. Doch zu Beginn der kurze Zeit später stattfindenden Stadtratssitzung sagte er: „Es ist mir noch nicht aufgefallen, dass es Probleme mit den Parkplätzen bei der Feuerwehr gab. Und es bleibt auch jetzt festzustellen, dass es kein Problem gibt.“ Als Beweis zeigte er kurze Zeit später ein von diesem Raum aufgenommenes Foto, das den Platz unterhalb des Schlauchturmes mit sieben Pkw und einiger Freifläche ringsherum zeigt.

Wie Wagner sagte, sei das Bild während eines Einsatzes entstanden. Für ihn Argument genug, dass hier ausreichend Parkraum für die Feuerwehrleute zur Verfügung steht und kein Handlungsbedarf bestehe. Das sehen Zintel, dessen Stellvertreter Nico Wagner, Wehrführer Jochen Schneider nebst seinem Vize Marco Schmeltzer sowie der Pressesprecher der Wehr, Florian Jung, anders. Denn das Foto tauge nicht, um die Parkplatzdiskussion zu entkräften. Die „Momentaufnahme“ zeige die Situation nach einer ABC-Alarmierung Mitte Januar um die Mittagszeit, zu der nur Spezialkräfte hinzugezogen wurden, die mit drei Mann in einem Spezialfahrzeug in einen Außenlöschbezirk „abkommandiert“ waren.

Aus Sicht der Wehr scheint die Lösung der Parkproblematik, die sie und die Busfahrer gleichermaßen zufrieden stellen könne, nahe. Der Platz zwischen Landesverwaltungsamt (Lava) und Rathaus eigne sich dafür. Von der Stadtverwaltung werde aber angeführt, dass der Untergrund hierfür nicht entsprechend ausgelegt ist, wogegen jedoch die derzeitige Nutzung als Stellplatz für Busse spricht. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass etwas, das seit Monaten funktioniert, nicht legalisiert wird“, so die Kameraden.

Weiter hieß es aus dem Rathaus, da die Fahrbahn nicht abgesenkt sei, wäre der Bereich für Fußgänger nicht als Stellplatz erkennbar und dadurch die „Sicherheit und Leichtigkeit des Fußgängerverkehres gefährdet“. Aus Sicht der Feuerwehr könnte beides leicht durch Begrenzungspfosten hergestellt werden. „Das ist auch die einzige Lösung, wo der Bus nicht rückwärts fahren muss“, sagt Schmeltzer. Denn das sei den Fahrern, die dies manchmal vor dem Gerätehaus tun, eigentlich untersagt, wenn sie allein unterwegs sind.

Als Abhilfe für den dort ausgewiesenen Notfall-Sammelplatz für Bedienstete der benachbarten Behörden schlägt die Feuerwehr die witterungsunabhängige Ingobertushalle, Stadthalle oder den Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses vor. Dass die Feuerwehr-Parkplätze nicht ausreichend sind, wurde bereits von der Unfallkasse des Saarlandes angemerkt, ebenso ist dies in der Brandschutzbedarfsplanung von einem externen Gutachter aus dem Jahre 2016 vermerkt, welche dem Stadtrat vorgelegt und 2016 durch diesen verabschiedet wurde.

Was wollen die Feuwerwehrleute? Ihren Parkplatz, der bereits in den Bauplänen fürs FW-Gerätehaus von 1974 als solcher ausgewiesen ist. „Wir wollen aber auf keinen Fall in politische Diskussionen hineingezogen werden“, so Zintel. Man freue sich, dass das Ehrenamt gerade nach den Hochwassereinsätzen in 2018 gewürdigt wurde. „Doch durch solche Diskussionen hat man wieder den Eindruck mangelnder Wertschätzung“, findet Jochen Schneider. Auch in den Außenlöschbezirken sei die Parksituation verbesserungswürdig, aber mitten in St. Ingbert das einzige FW-Haus, wo man die Forderung der Unfallkasse ganz einfach erfüllen könne. Die Feuerwehr hofft, dass die von Hans Wagner versprochene Überprüfung positiv für die Feuerwehr ausfällt und eine schnelle Umsetzung erfolgt.

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