Auf den Spuren der Pfadfinder

Anlässlich des 85-jährigen Bestehens der St. Georgspfadfinder von St. Ingbert arbeiten engagierte Bürger daran, deren Geschichte zu dokumentieren. Dazu hoffen sie auch auf die Beteiligung von Zeitzeugen, die noch aus ihrer Zeit als Pfadfinder berichten können.

. In diesem Jahr gibt es die St. Ingberter Georgspfadfinder seit 85 Jahren. Ein Ereignis, das es besonders zu würdigen gilt, wie Patrick Trautmann findet. Der St. Ingberter beschäftigte sich bereits in seiner Magisterarbeit mit dem Thema der St. Ingberter Pfadfinder und trug umfangreiches Material zusammen. Nun wird die Dokumentation überarbeitet, und die historischen Lücken sollen geschlossen werden. Da die Arbeit für einen Einzelnen kaum zu leisten ist, ist die Zuarbeit von Zeitzeugen und die Unterstützung von überzeugten Pfadfindern wie Patricks Vater Werner Trautmann und seiner Mutter Eva sowie dem Verband Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) und von den Freunden und Förderern der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg im Saarland (F+F) notwendig.

Große Hoffnungen setzen die Macher der Dokumentation und Organisatoren der Jubiläumsveranstaltung gemeinsam mit ihrem Schirmherrn Minister Stephan Toscani darauf, dass sich noch Zeitzeugen finden, die Bilder und Berichte aus ihrer aktiven Zeit als Pfadfinder beisteuern können. Wenn dies gelingt, dann könnte daraus schrittweise eine landesweite Dokumentation zur saarländischen Pfadfindergeschichte entstehen. Schon allein die für Herbst dieses Jahres geplante Dokumentation der St. Ingberter Pfadfinder dürfte in dieser Vollständigkeit wohl einmalig in Deutschland sein. "Wir feiern dieses Jahr 85 Jahre Georgspfadfinder in St. Ingbert. Das können nicht viele behaupten", so der Merziger Alfred Diwersy, Vorsitzender der F+F, "das ist selten, dass wir die Geschichte so lückenlos dokumentieren können, und es ist ein Alleinstellungsmerkmal." Es sei ihm nicht bekannt, dass die Pfadfindergeschichte woanders so genau seit ihren Anfängen beschrieben wurde, denn meist wird das Material nicht gesammelt. Derzeit gibt es in der Mittelstadt fünf Stämme. "Auch wenn die einzelnen Stämme ihre eigenen Aktionen machen, so gab es schon Gemeinsamkeiten, wenn es darauf ankam", lobt der Geschäftsführer des VDAPG, Hans Enzinger aus Saarlouis, das rege Pfadfinderleben in St. Ingbert. Und das soll nun mit der Hilfe vieler ehemaliger Pfadfinder auch optisch durch Erinnerungen wie Abzeichen, Bilder, Dokumente, Fahnen, Halstücher oder Knoten aufbereitet werden. "Im Alter erinnert man sich wieder an die Ideale der Jugend", so Diwersy, "daran, wie man sich getroffen und die Jungen unterstützt hat."

Mit Patrick Trautmann habe man einen idealen Mann gefunden, der all das nach seinen Recherchen aufzeichnen kann. Doch auch er musste bei seiner ersten Dokumentation im Rahmen seiner Magisterarbeit "schmerzlich" erfahren, dass beim Tod ehemaliger Pfadfinder vieles an Schrift- und Bildmaterial weggeschmissen wird. Was noch da ist, gelte es deshalb zu sichern. Toscani zeigte sich von der Arbeit begeistert und hat die Schirmherrschaft gerne übernommen: "Es ist wichtig, dass das Engagement dieser großen Jugendbewegung (… ) durch die Umbrüche der Geschichte und der Zeit hindurch festgehalten wird. Bei den Pfadfindern werden Werte vermittelt, die heute noch genau so aktuell sind wie vor 85 Jahren, und die Jugendlichen bekommen eine Prägung fürs Leben. Ich leiste gerne meinen Beitrag zu dieser Dokumentation. Schließlich ist das auch die Geschichte von St. Ingbert." Patrick Trautmann ist guten Mutes, dass sich alle Einzelteile zu einem Ganzen fügen. Doch am größten wäre die Freude wohl darüber, die Zeit der christlichen Pfadfinderinnen zwischen 1932 und 1942 belegen zu können.

Zum Thema:

Auf einen BlickDerzeit wird von Patrick Trautmann eine Dokumentation zum 85. Geburtstag der Georgspfadfinder in St. Ingbert erstellt. Diese Arbeit, die im Herbst 2013 vorgestellt wird, ist in einen Text- und einen Bildteil untergliedert. Gesucht werden Zeitzeugen, die mit Wort, Schriften, Fotos und Pfadfinderutensilien dazu beitragen wollen, eine weitestgehend lückenlose Geschichtsschreibung der St. Ingberter Pfadfinderstämme zu dokumentieren. Wer helfen möchte, meldet sich bitte bei Patrick Trautmann per E-Mail unter trautmann@uni-trier.de oder wep.trautmann.igb@t-online.de, bei Franz Schlager unter Tel. (0 68 94) 69 68 oder bei Werner Trautmann unter Tel. (01 60) 9 66 00 07. con