Konzert 150 Jahre Josefskapelle Erfweiler-Ehlingen

Konzert in Erfweiler-Ehlingen : Förderverein mahnt die Sanierung an

In Erfweiler-Ehlingen wurde das 150-jährige Jubiläum der Josefskapelle gefeiert. Ein Streichertrio sorgte für die Festmusik.

n Hans-Georg Ochs hatte die Lacher auf seiner Seite. Der Vorsitzende des Fördervereins Josefskapelle Erfweiler-Ehlingen hatte in seiner Rede zum 150-jährigen Jubiläum des Wahrzeichens über die seit langem geplanten Renovierungsarbeiten gesprochen. In der Pfarrkirche St. Mauritius, in der zum Abschluss der Feierlichkeiten ein Konzert stattfand, forderte er die Bürgermeisterin mit den Worten „Maria, bitte mach’s!“ auf. Damit erinnerte Ochs an den Wahlkampfslogan von Maria Vermeulen („Maria macht’s“). Noch immer seien seit der Zusage von Umweltminister Reinhold Jost (SPD) von vor einigen Monaten 44 000 Euro für die Renovierung des Kapellendaches beizusteuern. „Nichts geschehen“, so Ochs. Es handele sich um Landes- und EU-Mittel. Hans-Georg Ochs appellierte an Vermeulen, zeitnah die Auftragsvergabe durchzuführen. Ziel sei es, dass die Kapelle zum nächsten Josefstag, am 19. März 2020, renoviert ist. Er richtete sein „Stoßgebet“ scherzend mit den Worten „Oh, Maria hilf“ an die Rathauschefin. Die hatte zuvor in ihrer Rede an die Zeit des Kapellenbaus erinnert. Damals befürchtete man in den beiden Orten (Erfweiler und Ehlingen waren noch getrennt) einen Krieg zwischen Österreich und Bayern. „Wie groß muss die Angst bei den Familien gewesen sein?“, fragte Vermeulen. Die Bürgermeisterin erinnerte an das Gelübde, welches abgelegt wurde, wenn die Männer wieder aus dem Krieg zurückkehrten. Am 24. Oktober 1869 wurde die Kapelle auf dem Hölschberg eingeweiht. „Können wir nachempfinden, wie die Menschen damals gelebt haben?“, fragte die Bürgermeisterin. Sie sorge sich um den Frieden in Europa und wünsche sich, dass die Josefskapelle als Mahnmal dafür etabliert werde. „Die Josefskirche gehört zu Erfweiler-Ehlingen und Erfweiler-Ehlingen gehört zur Josefskirche“, meinte Michael Abel. Auch der Ortsvorsteher erinnerte an das Gelübde des damaligen Pfarrers Ferdinand Quack. „Seien wir froh und stolz, ein solches Denkmal in unserem Dorf zu haben“, meinte Abel. „Es ist ein wunderbares Gotteshaus, das zu erhalten ist“, gab sich auch der neue Pfarrer Joachim Voss stolz. Bereits am Nachmittag hatte man sich bei einer Führung mit Historiker Bernhard Becker die Kapelle näher ansehen können.

Das Konzert des Fördervereins Josefskapelle, des Verkehrsvereins Mandelbachtal, der Katholischen Kirchengemeinde und der Hochschule für Musik Saar (HfM) mit dem Streichertrio „Ikhoor“ brachte einen Erlös in Höhe von 1077 Euro als Spenden für Renovierung. Es fand im Rahmen der Reihe „HfM unterwegs“ statt. Die Musiker Masanori Tsuboi (Cello), Lisa Saterdag (Violine) und Jongyun Jeung (Bratsche) spielten Werke von Beethoven (Serenade D-Dur für Violine, Viola und Violincello op.8), Maurice Ravel (III. Lent aus der Sonate für Violine und Violoncello) sowie Ernst von Dohnányi (Serenade C-Dur für Violine, Viola und Violoncello op. 10). Am Ende gab es Ovationen für das Trio, welche sich mit einer Zugabe bedankte. Manfred Pfeiffer, Vorsitzender des Verkehrsvereins Mandelbachtal, stellte im Anschluss den neuen Flyer der Josefskapelle vor.

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