Jubiläumskonzert „150 Jahre Josefskapelle“ in Erfweiler-Ehlingen

Konzert in Erfweiler-Ehlingen : Steinerner Dank an den Heiligen Josef

Seit 150 Jahren steht die Kapelle in Erfweiler Ehlingen. Zum Jubiläum gibt es nächsten Sonntag eine Feier mit Konzert.

Die Josefskapelle auf dem Hölschberg in Erfweiler-Ehlingen wurde vor 150 Jahren am 24. Oktober 1869 eingeweiht. Aus diesem Anlass lädt der Verkehrsverein Mandelbachtal in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Josefskapelle, der Katholischen Kirchengemeinde und der Hochschule für Musik Saarbrücken am Sonntag, 27. Oktober, um 17 Uhr, zu einem Jubiläumskonzert „150 Jahre Josefskapelle Erfweiler-Ehlingen“ ein. Zum Jubiläum sprechen Bürgermeisterin Maria Vermeulen, Ortsvorsteher Michael Abel, Pfarrer Joachim Voss und der Vorsitzende des Fördervereins Josefkapelle, Hans-Georg Ochs.

Das Streichertrio Ikhoor, mit den Künstlern Masanori Tsuboi am Cello, Lisa Saterdag an der Violine und Jongyun Jeung an der Bratsche ist einer der diesjährigen Preisträger beim „20. Walter Gieseking- Wettbewerb“, dem bedeutendsten Wettbewerb der Hochschule für Musik des Saarlandes. Zur Aufführung kommen Ludwig van Beethovens (1770-1827) Serenade D-Dur für Violine, Viola und Violincello op.8, Maurice Ravels (1875-1937) III. Lent aus der Sonate für Violine und Violoncello sowie Ernst von Dohnányis (1877-1960) Serenade C-Dur für Violine, Viola und Violoncello op. 10.

Nach dem Jubiläumskonzert wird der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer einen neuen Flyer aus der Faltblattreihe des Verkehrsvereins Mandelbachtal über die Josefskapelle der Öffentlichkeit vorstellen.

Im Jahr 1866 bedrückten Sorgen und Ängste die Bewohner der beiden Bliesgau-Dörfchen Erfweiler und Ehlingen: Zwischen Preußen und Österreich-Bayern tobte der Krieg. Nun waren auch die jungen Männer der beiden Dörfer, die damals zu Bayern gehörten, zu den Waffen gerufen worden und sollten im Königlich Bayerischen 8. Infanterie-Regiment von Zweibrücken zu den Schlachtfeldern im Süden marschieren. Womöglich würde sich der Krieg auch noch bis in den Bliesgau ziehen, die Frauen und Kinder sowie allen Besitz der Familien bedrohen.

Gemeinsam fassten die Bewohner einen Entschluss: Sie würden den Heiligen Josef um Hilfe bitten. Am 24. Juni 1866 schworen sie unter Pfarrer Anton Pfeiffer in einem feierlichen Gelübde, dem Heiligen zu Ehren eine Kapelle zu erbauen, wenn ihre Heimat verschont bliebe und die Männer und jungen Burschen allesamt wohlbehalten aus dem Krieg zurückkämen.

Tatsächlich geschah, worum die Dorfbewohner gebeten hatten: Das Königlich Bayerische Infanterie-Regiment von Zweibrücken kämpfte zwar unter anderem in den Schlachten am 10. Juli 1866 bei Nüdlingen und am 25. Juli 1866 bei Helmstadt und Uettingen, jedoch kam dabei keiner der Männer aus Erfweiler und Ehlingen zu Schaden. Nach der verlustreichen Schlacht bei Königgrätz hatte die Auseinandersetzung mit dem Sieg Preußens geendet. Den Bliesgau hatte der Krieg nicht erreicht und nichts und niemand aus Erfweiler und Ehlingen war zu Schaden gekommen.

Was sich vom Zweiten Weltkrieg leider nicht sagen ließ, die Bedeutung aber nicht schmälern soll, denn für die Dorfbewohner von Erfweiler und Ehlingen war diese Entwicklung Verpflichtung, ihr Gelübde zu erfüllen. Mit großem Eifer ging die ganze Gemeinde ans Werk. Maurer, Zimmerleute, Steinhauer, Schmiede und Schreiner, auch aus den Nachbarorten, nutzten ihre freie Zeit, um das Werk zu vollenden. Bauern mit Pferden und Kühen übernahmen kostenlos die Fuhren.

Alle Arbeiten an der gar nicht mal so kleinen Kapelle wurden ohne Bezahlung von den Handwerkern und Bauern erbracht und das Material durch Gönner finanziert. Im Jahr 1869 war die Kapelle auf dem Hölschberg, oberhalb des Mandelbachtals, schließlich fertig gestellt und wurde am 24. Oktober 1869 eingeweiht.

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