Rock auf Saarländisch mit Petra Williams in Wittersheim

Konzert in Wittersheim : Rock auf Saarländisch mit Petra Williams

Die 37-jährige Sängerin aus Spiesen-Elversberg war mit ihrer Band in der Festhalle in Wittersheim zu Gast.

Samstagabend kurz nach 20 Uhr. Auf der Bühne in der Festhalle stehen Instrumente bereit. Besucher sind gekommen, um ein alles andere als alltägliches Konzert erleben zu wollen. Etliche Stühle bei der Veranstaltung bleiben leer, als mit gut 15 Minuten Verspätung Petra Williams mit ihrer Band auf die Bühne kommt.

Die 37-Jährige aus Spiesen-Elversberg befindet sich auf ihrer „Imma widda Hemm“-Tour und ist der Einladung des Verkehrsvereins und der Gemeinde Mandelbachtal sowie der Feuerwehr Wittersheim gefolgt. Der Tour-Name hat für die blonde Sängerin eine doppelte Bedeutung. Sie singt einerseits vorwiegend Rock und das auf saarländisch, was ihr ein gewisses Alleinstellungsmerkmal verschafft. Und zum anderen ist sie nach Stationen in den USA, Berlin und am Bodensee wieder in der Heimat ankommen. Im Mandelbachtaler Ortsteil hat sie ihr aktuelles Album „Johrelang“ dabei. Williams Band, mit der sie eins zu sein scheint, besteht aus Marius Wiesen (Keyboard), Yannik Krämer (Gitarre), Peter Leupold (Bass) und Max Geng (Schlagzeug). Das Saarländische und der Begriff Heimat sind Petra Williams wichtig. So wurde zu Beginn des Konzertes eigens ein Video gezeigt, um auf das Thema Heimat hinzuführen. Man nimmt der Frau, die mit neun Jahren erstmals auf der Bühne stand, schnell den Bezug zum Saarland ab. Vieles ist rockig pur, wie bei „Höheangschd“. „Habt ihr alle was zu trinken?“, fragt sie das Publikum und singt „Ebbest tringe“. Und das Publikum singt mit, wird von ihr mitgenommen. Manches erinnert an Wolfgang de Benki mit seinem „Unn do druff“, klingt aber nicht so rustikal wie bei ihm 1983.

Doch die Williams kann auch anders. „Jetzt wird’s ein bisschen ruhiger“, kündigt die Sängerin „Doch, wenn de mich frohschd“ an und erreicht damit ein wenig Gänsehautfaktor. Das Video dazu wurde übrigens in Bliesmengen-Bolchen gedreht. Beim Publikum kam auch „Ab in de Batsch“ an. Und dann gab es noch eine Premiere. Petra Williams und ihre Band gaben den „Zypern-Song“ zum Besten. Dort hatte man geprobt. Das Stück hat noch keinen Titel, ist auf hochdeutsch und wirkt recht harmonisch und stimmig. Man hatte fast den Eindruck, dass die ruhigeren Titel mehr den Nerv des Publikums trafen. Vielleicht weil sich die Band dabei etwas zurücknahm. Auch, wenn es wie bei „Goodbye“ mal etwas sentimentaler zugeht. Petra Williams sitzt dabei, wie Yannick Krämer mit der Akustikgitarre, auf einem Hocker und besingt das Chaos im Leben. Die Bravo!-Rufe hier waren auffällig. Oder sie singt mit der Kleinen Fenja (6), die sie spontan auf die Bühne nimmt, „Raus an alle“ ein Stück für alle, die sich nichts trauen. Fenja traute sich. Und die Wittersheimer sangen mit. Nicht, ohne ihnen „Johrelang“, den Titel des Albums, vorzuenthalten. Es sei der Song über Heimweh, wenn man in Städten ist, in denen man eigentlich nicht sein will. Und das Publikum singt auch „Imma widda hemm“ mit, während die Williams nur so auf der Bühne rumwuselt.

„Wir betreten Neuland mit dieser Art der Veranstaltung. Zwar war der Vorverkauf nicht gut gelaufen, dennoch wollten wir nicht absagen“, beschrieb Manfred Pfeifer im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe. Der Verkehrsverein will in die Orte gehen und sich nicht nur auf den Verwaltungssitz der Gemeinde oder auf Gräfinthal konzentrieren, so der Vorsitzende.

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