Hochwasser in Mandelbachtal und in Blieskastel

Hochwasser nach Starkregen in Mandelbachtal und in Blieskastel : Kampf gegen die gewaltigen Wassermassen

Besonders betroffen vom Starkregen am Sonntag waren einige Ortschaften in Mandelbachtal. 28 Einsätze in Blieskastel.

Serge Vollmar steht mit der Watthose in seiner Garage in Bebelsheim und ist frustriert. Sein Auto steht im Wasser, die Brühe hat den Motorraum zum Glück nicht erreicht. Trotzdem ist alles nass: „Es dauert bei diesem Wetter doch Wochen, bis das irgendwie getrocknet ist. Und es ist das fünfte Mal.“ Draußen stehen Feuerwehrleute, bei einem Nachbarn pumpen sie den Keller aus, in einem anderen Haus läuft das Wasser gerade erst in den Keller hinein, die Feuerwehr trifft sofort Maßnahmen. 70 Mann sind im Einsatz, alle Löschbezirke des Mandelbachtals haben seit 6 Uhr ihre Alarmierungen erhalten.

Zuerst wegen Wassereinbruchs in Habkirchen, dann nach und nach in Erfweiler-Ehlingen, Bliesmengen-Bolchen und Bebelsheim. In Gräfinthal schäumte die Bubenrecher Klamm. Normal ein Bächlein, heute eine Urgewalt. Felsbrocken rollen durch das Bachbett, verstopfen den Kanaleinlauf binnen Minuten.

Die Feuerwehr leistet Großartiges zusammen mit dem Bauhof: Während ein Bagger in den Bach fährt und den Einlaufschacht freibaggert, leiten Feuerwehrleute und Bauarbeiter die Wassermassen mit Brettern und Sandsäcken um und verhindern eine Überflutung des Weilers Gräfinthal. Dort ist das Mühlencafé am meisten bedroht. Bürgermeisterin Maria Vermeulen ist am Einsatzort, ihr Mann bringt den Einsatzkräften Brötchen und Getränke. Die Verwaltungschefin kann nur zusehen: „Zum Glück hatten wir den Einlauf gerade gestern noch gereinigt und alle Sinkkästen waren von Laub befreit. Trotzdem sehen wir schon wieder Schäden durch ein Starkregen-Ereignis. Es muss was gemacht werden. Bevor das Gesamtkonzept genehmigt wird, müssen wir wichtige Einzelmaßnahmen vorrangig umsetzen“, sagte sie in Gräfinthal.

Später schaute sie sich die Lage in Bebelsheim an. Die Anwohner in der Kaiserstraße sind sauer. Sie zeigen auf den relativ neuen Kanal, der die Wassermassen nicht fassen kann. Feuerwehrleute haben alle Kanaldeckel angehoben, das Wasser rauscht, kann aber nicht schnell genug abfließen. Serge Vollmar weiß, was das bedeutet. Er hat sich eine Watthose gekauft und den Sockelputz im Haus gar nicht erst erneuert. Martin Heinrich und Max Usner von der Wehrführung der Gemeinde sind an diesem Tag im Dauereinsatz. „Wir haben aber inzwischen Erfahrungen und schauen an den neuralgischen Punkten schon nach, bevor es kritisch wird“, so Heinrich.

Beobachter kontrollieren Schachteinläufe, Brücken, Engstellen. Rückmeldungen kommen über Funk, in Gräfinthal zahlte sich das aus. Sandsäcke und Gerät waren zeitig da. Daniel Wagner vom Mühlencafé hatte seine private Hochwassermauer aufgebaut – und die hielt. Das Wasser floss diesmal an seinem Haus vorbei.

Vom Ausmaß der Schäden machte sich Bürgermeisterin Maria Vermeulen vor Ort ein Bild. Foto: BeckerBredel
Stand auch unter Wasser: die Bliesaue zwischen Webenheim und Einöd. Foto: Erich Schwarz

In Blieskastel gab es am Sonntag insgesamt 28 Einsätze, wie Feuerwehr-Pressesprecher Marco Nehlig erklärte. 100 Einsatzkräfte aus acht von insgesamt 14 Löschbezirken waren im Einsatz.