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Marktplatz Kirkel-Neuhäusel erhält ein neues Gesicht

Neuer Ortsmittelpunkt in Kirkel-Neuhäusel : Marktplatz bekommt ein neues Gesicht

Die freie Fläche an der Wielandstraße soll neuer Ortsmittelpunkt von Kirkel-Neuhäusel werden. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2022 beginnen.

Eigentlich und auf Basis der anfänglichen Planungen sollte der Marktplatz an der Wielandstraße schon jetzt sein neues Gesicht haben. So zumindest war der Status noch im Juli 2020. Da hatte der zuständige Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Luca Kist von der Agentur „Dutt & Kist“ die quasi finalen Pläne im Ortsrat Kirkel-Neuhäusel vorgestellt (wir berichteten). Doch Corona und ein paar zu meisternde Herausforderungen führten dazu, dass sich die zeitlichen Vorstellungen der Realität anpassen mussten.

Nun sollen die Bauarbeiten im Januar 2022 starten. Kosten wird das Ganze rund 1,4 Millionen Euro. Aus dem Bereich der Städtebauförderung des saarländischen Innenministeriums fließen 66 Prozent Förderung. Fertig sein soll der Platz im Oktober 2022. Noch steht der Förderbescheid aus, doch er ist zugesagt und angekündigt, so Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem hat er auch die Pläne mitgebracht. Die zeigen, was dort im kommenden Jahr entstehen soll: Statt grauem Asphalt sollen Zonen für „Ankunft und Information“, „Spiel und Bewegung“, „Entspannung und Ruhe“ sowie „Feste und Märkte“ den Marktplatz mit seiner neuen Funktion als Ortsmitte in die Ortslage einfügen und Kirkel-Neuhäusel ein echtes Highlight verschaffen.

Im Detail steht in der Zone „Spiel und Bewegung“ ein Spielplatz für Kinder im Fokus, ausgestaltet – so die gegenwärtige Idee – mit einem bespielbaren Drachen und der Burg im Panorama als Hintergrund. In der Zone „Ankommen und Information“ soll ein Platz entstehen, der vielfältige Möglichkeiten der Interaktion bieten soll. „Entspannung und Ruhe“ steht für die Gelegenheit, in einem Kiefernhain zur Ruhe zu kommen. Dieser Platz fungiert auch als Übergang zum anschließenden ASB-Seniorendorf. Die Fläche für Märkte und Feste wird schließlich die Möglichkeit geben, dort den Wochenmarkt und das Hexenfeuer als bestehende Veranstaltungen auszurichten. Möglich sind dort aber natürlich auch weitere Veranstaltungen wie Konzerte oder der Weihnachtsmarkt.

Warum hat sich da Ganze nun verzögert? Frank John: „Der Teufel steckt da im Detail. Die Genehmigungsplanung war in diesem Frühjahr fertig und wurde dann der Unteren Bauaufsicht zur Genehmigung vorgelegt.“ Von dort habe es dann noch einige Änderungen gegeben. Das Ergebnis habe man dann dem Fördergeber, also dem saarländischen Innenministerium, vorgelegt. „Dort macht man eine baufachliche Prüfung.“ Die sei wiederum Grundlage für den Fördermittelbescheid. Die Abstimmungen der Planungen seien „ein bisschen blöd“ in die sommerliche Urlaubsphase gefallen. Deswegen habe es zur zwischenzeitlich aktualisierten Zeitachse eine weitere Verzögerung gegeben.

Bei all diesen Abstimmungen habe sich dann ergeben, dass das eine oder andere zu ändern gewesen sei. „Das sind Sachen, die sieht man auf dem Platz selbst nicht, weil sie unter der Erde passieren.“ Die Verzögerungen seien aber quasi einkalkuliert, „weil solche Projekte unglaublich komplex sind. Das ist halt so“. Mit Blick auf den durch Corona zwangsweise angepassten Zeitplan liege man gegenwärtig sechs bis acht Wochen hintendran.

Bei einer der nächsten Gemeinderatssitzungen gehe es dann um die beschränkte Ausschreibung für das Millionen-Projekt. Bei solchen Ausschreibungen habe man jüngst gute Erfahrungen gemacht, „Firmen bewerben sich und machen auch gute Preise“. Das klingt allerdings nicht so, wie es aus anderen Verwaltungen zu hören ist: Dort gestalten sich Ausschreibungen mitunter schwierig, aufgrund fehlender Angebote oder zu hoher Preise. „Gut, wie das am Ende des Tages bei uns aussieht, weiß man natürlich nicht. Auch unser Planungsbüro sagt: Vorsicht. Andererseits kommen wir mit unserer Ausschreibung in einen Zeitraum, in dem die Firmen für das nächste Jahr planen und die Auftragsbücher füllen.“ So könne man der Hoffnung sein, dass alles bei der Auftragsvergabe klappe.

Natürlich dreht sich vieles derzeit bei diesem Großprojekt um Zeiten und Zahlen. Doch am Ende, und das macht Frank John deutlich, gehe es darum, für Kirkel-Neuhäusel ein Aushängeschild zu schaffen. Genau das sei der Marktplatz aktuell eben nicht, „das ist ein ebener Platz, halb geteert und mit Wiese.“ Bespielt werden soll der neue Platz von den Vereinen und gegebenenfalls auch von der Gemeinde. Es gehe aber auch um die alltägliche Nutzung des neuen Platzes. „Dort soll sich ein bisschen das Leben abspielen. Und ein solcher zentraler Platz fehlt Kirkel-Neuhäusel derzeit total – ein Ort, an dem man sich treffen kann und miteinander ins Gespräch kommt.“

Natürlich bedeutet die Umgestaltung des Marktplatzes an der Wielandstraße auch den Wegfall eines großen Parkplatzes mitten im Ort. Und der hatte in der Vergangenheit eine wesentliche Bedeutung für Großveranstaltungen auf der Burg, so für den Mittelaltermarkt, das Weinfest und die Burgweynacht. Hier, so John, habe man sich natürlich überlegt, welche Ausweichparkplätze man innerorts zur Verfügung stellen könne. Hier nannte der Kirkeler Verwaltungschef auch die Burghalle als eine der Parkmöglichkeiten in der Peripherie. Grundsätzlich werde man von solchen Parkzonen aus dann verstärkt mit einem Shuttleservice arbeiten. „Das kostet uns als Gemeinde bei Veranstaltungen ein bisschen mehr. Ich denke aber, dass das zu einer Entlastung beiträgt.“ Auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) soll seinen Beitrag leisten – wer nicht mit dem eigenen Auto anreist, der benötigt auch keinen Parkplatz.

 An den inhaltlichen Planungen hat sich trotz aller Verzögerungen, die es wegen Corona gab, nichts geändert, im Oktober 2022 soll der Marktplatz sein neues Gesicht haben.
An den inhaltlichen Planungen hat sich trotz aller Verzögerungen, die es wegen Corona gab, nichts geändert, im Oktober 2022 soll der Marktplatz sein neues Gesicht haben. Foto: Thorsten Wolf

Nun wartet man im Rathaus der Gemeinde auf den Förderbescheid aus dem saarländischen Innenministerium. Dies sei aber kein Problem, so Bürgermeister John, weil man trotzdem am Projekt weiterarbeiten könne.