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Saarbrücken: 140 Nachwuchskräfte für Polizei vereidigt

Vereidigung von Nachwuchskräften in Saarbrücken : So will sich die Polizei im Saarland für die Zukunft aufstellen

Zahlreiche Großprojekte sollen die Arbeitsbedingungen bei der saarländischen Polizei verbessern. Laut dem saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU) wurde für die Polizei noch nie so viel Geld in die Hand genommen wie jetzt. Nun stoßen frische Nachwuchskräfte dazu.

140 junge Kommissar­anwärter sind am Donnerstag auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz vereidigt worden und können ab sofort die saarländische Polizei verstärken. Familien und Freunde konnten bei der Veranstaltung dabeisein. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) sagte, dass niemals in der Geschichte der Saar-Polizei vergleichbar viel Geld in die Polizei investiert worden sei wie seit 2015. Das gelte für Personal und Material.

120 neue Tarifangestellte und 300 Beamte an der Altersgrenze, denen man die Arbeitszeit verlängert habe, rundeten das Bild ab. Bis 2022 werde das Saarland dann 35 Millionen Euro investiert haben. Damit die Polizei ihren Aufgaben gerecht werden könne, habe man Schutzwesten angeschafft, Handschuhe, Helme und Spezialausrüstung. „Vieles davon, weil die Gesundheit unserer Polizistinnen und Polizisten für uns ein sehr hohes Gut ist“, sagte der Minister, der sich verärgert zeigte, dass die Polizeibeamten immer mehr Gewalt begegneten.

Auch die Digitalisierung der Polizei schreite voran. Das Land habe in elektronische Geräte, Apps, Bodycams und Überwachungstechnik investiert. Bouillon kündigte an, dass das Land in die Polizei bis 2024 weitere 70 Millionen Euro investieren wolle. Dazu gehörten Großprojekte wie das Ausbildungszentrum Göttelborn, eine modernisierte Inspektion in Völklingen, neue Räume in Lebach, eine Modernisierung in Blieskastel und der Bau einer großen Inspektion für die Stadt Saarbrücken. 500 Beamte erhielten neue Räume in Kirkel.

Ganz neu in Planung sei ein Polizei-Cyberzentrum neben der Fachhochschule in Göttelborn. Zu den Nachwuchspolizisten gehört Joseph Klee (31) aus Koblenz, der in Saarbrücken Jura studierte und umsattelte. Er sieht im Polizeiberuf eine vielseitige Tätigkeit, die den Menschen helfe und bei dem man jeden Tag etwas Neues erlebt. Sein Ziel sei die Verkehrs- oder Kriminalpolizei.

Carolin Hein (30) aus Losheim hat eine Versicherungslehre und acht Jahre Versicherungsaußendienst hinter sich. „In der Corona-Pandemie sah ich bei meinem Bruder, der bei der Bundespolizei ist, und bei meinem Vater, der als Polizeirat arbeitet, die Sicherheit des Beamtenberufs. Mein Ziel ist es, im Staatsschutz zu arbeiten“, sagt Hein.

Aylin Kern (29) hat einen Bachelor-Abschluss in Finanzdienstleistungen und arbeitet im elterlichen Immobilienbetrieb mit. Das will sie nebenberuflich weitermachen. Bei der Polizei will sie ihr Fachwissen einbringen und sich für den Dienst im Bereich der Geldwäsche oder Wirtschaftskriminalität qualifizieren. Als türkisch sprechende Beamtin bringe sie auch zusätzliche Qualifikationen mit.