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Der Frauenbrunnen in Kirkel ist eine beliebte Anlaufstelle

Naturdenkmäler im Saarpfalz-Kreis : Rastplatz für Wanderer auf dem Kirkeler Felsenpfad

SZ-Serie „Naturdenkmäler der Region“: Um den Frauenbrunnen ranken sich etliche Mythen.

Der Sage nach suchten Frauen, deren Kinderwunsch sich partout nicht erfüllen wollte, in früheren Zeiten, als es Facharztpraxen noch nicht gab, ihr Heil im Spirituellen: Sie pilgerten zum Beispiel in Begleitung einer anderen Frau, einer „Alten“ oder einer in Geburtshilfe erfahrenen Amme, zum Frauenbrunnen im Kirkeler Wald. Dort gab es rituelle Waschungen, man hoffte auf den Beistand höherer Mächte. So wurde der heutige Frauenbrunnen oder Kindchensbrunnen zu einem heiligen Ort, der beweist, dass die Sandsteinfelsen im Kirkeler Wald schon immer die Menschen fasziniert haben.

Der Frauenbrunnen steht heute als Naturdenkmal unter Schutz, er ist Rastplatz für Wanderer des Kirkeler Felsenpfads oder der Tafeltour, Bänke und Tische laden zu einer Pause ein. Leider liegt hier etwas Müll herum. Und absolut gar nicht schön und einem Naturdenkmal unangemessen ist, dass man die morschen Holzgeländer am Abhang vor dem Brunnen mit Bauzäunen aus Metall und Kabelbindern gesichert hat, anstatt die Holzbalken zu erneuern. Das sieht tatsächlich nicht gut aus.

Der Brunnen selbst führt Wasser, ein zartes Rinnsal kommt aus den Felsblöcken, wird in einem kleinen gemauerten Becken gesammelt und versandet dann unter dem Felsvorsprung wieder im Waldboden. Die Kelten sollen den Frauenbrunnen schon als Kultstätte genutzt haben, heute nutzen ihn die vielen Wanderer, die von den beiden Wegen in großer Zahl angezogen werden. Auch der geologische Waldlehrpfad startet hier und gibt Einblicke in die Gesteine des Saarlandes, wozu man Findlinge eigens am Weg platziert hat, um die geologische Vielfalt sicht- und begreifbar zu machen. Kuselit und Muschelkalk, Weiselbergit, Taunusquarzit, Tonschiefer und Brauneisenstein, Sandstein, Schwerspat oder Holzer Konglomerat sind hier erklärt und anfassbar.

Um den Frauenbrunnen selbst ranken sich einige Mythen. So soll der in den Fels führende Gang das Tor zu einem Schatz sein oder in einen geheimen Fluchtweg der Wörschweiler Mönche münden. Für beides gibt es keinerlei Anhaltspunkte, vielmehr wurden die Decke des Ganges wie auch die Decke über der Quelle aus Beton gemacht und sind eher neuzeitliche „Verzierungen“, die heute nicht mehr statthaft wären. Als Naturdenkmal darf der Frauenbrunnen nämlich nicht mehr verändert werden.

Der unbekannte Künstler, der 1976 einen Frauenkopf in den Sandstein meißelte, würde sich heute strafbar machen.