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Das Phänomen Silbersandquelle in Kirkel

Naturdenkmäler im Saarpfalz-Kreis : Wasser spült Sandkristalle aus der Erde

SZ-Serie: Wir stellen die Naturdenkmäler in unserer Region vor. Heute: die Silbersandquelle in Kirkel, früher als Donnerloch geläufig.

Hier muss man genau hinsehen, dann versteht man, warum ein mit Blockstein eingefasster Tümpel „Silbersandquelle“ genannt wird. Am Boden des seichten Wasserlochs kommt kühles Nass aus dem Boden und an mehreren Stellen sprudeln Luftblasen nach oben. Dort, wo das Gas entweicht, spült das Wasser Sandkristalle aus dem Erdreich. Im Sonnenlicht glitzern die kleinen Quartze und geben der Quelle den Namen.

Wer das Naturdenkmal besuchen will, hat es nicht schwer. Die Straße „Zur Silbersandquelle“ geht in einen Waldweg über, es geht nur geradeaus. Nach zehn Minuten erreicht man die Autobahn, man hört sie, bevor man sie sieht. Der Wanderweg führt unter ihr hindurch, davor geht man links einige Stufen zur Quelle hinunter. Ein alter Sandstein weist auf sie hin, der Schriftzug wurde mit Neon-Leuchtfarbe wenig geschmackvoll nachgezogen. Sieht nicht schön aus, ist aber gut zu lesen. Wer es genauer wissen will, für den gibt es eine Infotafel in drei Sprachen, die das Naturphänomen erklärt: Die Silbersandquelle sei eine so genannte „intermittierende Quelle“. Sie führe mal Wasser, aber auch mal nicht, und sei in diesen Wechseln mit einem Geysir zu vergleichen. Sie entspringe in etwa ein Meter Tiefe im anstehenden Fels. Das Quellwasser komme aus Spalten und schleudere von Zeit zu Zeit den darüber liegenden Sand hoch. Durch die dauernde Wiederholung entstehe die so oft bestaunte pulsierende Bewegung des Sandes. Gleichzeitig würden alle Schmutzteile aus dem Sand ausgespült, was ihm auf Dauer das silberhelle Aussehen verleihe.

Die Quellflecken am Teichgrund sind klein, sehr klein. Der Vergleich mit dem Geysir ist insofern etwas zu wohlwollend. Trotzdem ist die früher „Donnerloch“ genannte Quelle noch heute ein Ziel für Spaziergänger. Wen der Autolärm nicht stört, auf den warten Bank und Tisch für eine Rast.

Übrigens führt die Quelle nicht immer Wasser. In trockenen Sommern oder wenn viel Trinkwasser im Wiesental gefördert wird, trocknet sie gern mal aus. Im feuchten Herbst und Winter sprudelt das Wasser und nährt den nahen Bach.