Saarpfalz-Kreis ist Spitzenreiter bei Arznei-Ausgaben

Saarpfalz-Kreis ist Spitzenreiter bei Arznei-Ausgaben

Kein anderer saarländischer Landkreis verursacht auf Kassenseite so hohe Ausgaben für Medikamente wie der Saarpfalz-Kreis. Das zeigt der Arzneimittelreport der Barmer-GEK, der von Professor Daniel Grandt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, erstellt wurde. Die Arzneimittel-Ausgaben der Krankenkasse pro Kopf im Saarpfalz-Kreis lägen bei 528 Euro. Damit liege der Saarpfalz-Kreis über dem Landesdurchschnitt von 499 Euro und auch über dem Bundesdurchschnitt von 485 Euro. Im Vorjahr hätten die Ausgaben für Arzneimittel im Saarpfalz-Kreis noch 511 Euro betragen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Demographisch ließen sich die Unterschiede nicht erklären, denn die Daten seien nach Geschlecht und Alter standardisiert worden. In keinem anderen Bundesland gäbe es mehr Menschen, die mindestens fünf Medikamente pro Jahr zu sich nehmen, als im Saarland.

"Wenn Versicherten fünf oder mehr Arzneimittel in einem Jahr von ihren Ärzten verordnet werden, spricht man von Polypharmazie", erklärt Hansjörg Lambrix, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK in Homburg . Im Saarland würden rund jedem Dritten (34 Prozent) mehr als fünf Arzneimittel im Jahr verordnet. "Polypharmazie bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine unangemessene Übertherapie erfolgt. Viele Untersuchungen legen aber nahe, dass bei Patienten mit Polypharmazie teils Arzneimittel unnötig eingenommen werden", erläutert Lambrix. Dabei bestehe ein erhöhtes Risiko von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten, heißt es weiter.