Organist Christian Brembeck spielte in der katholischen Kirche St. Martin

Auftritt in Bexbach : Den Zauber der Mayer-Orgel entfalten

Organist Christian Brembeck ist in unserer Region wahrlich kein Unbekannter mehr. Diesmal spielte er in der katholischen Kirche St. Martin Bexbach.

Der Organist Christian Brembeck ist in unserer Gegend kein Unbekannter mehr, auch wenn er in Berlin lebt. Regelmäßig schaut er zu Konzerten vorbei, so jetzt auch am Sonntag in der katholischen Kirche St. Martin in Bexbach. Die dortige Mayer-Orgel von 1962 wurde vor sechs Jahren grundlegend überholt und ist zu fulminanten Klängen in der Lage. Davon konnten sich etwa 50 Zuhörer überzeugen, als Brembeck das Meer an Tönen an- und abschwellen ließ.

Zunächst begrüßte Gertrud Fickinger von der katholischen Erwachsenenbildung die Anwesenden, sie hatte zuvor eine Kirchenführung geleitet. Brembeck erläuterte anschließend, dass sein Programm auf den Totenmonat November mit den gerade begangenen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen abhebe. In der Tat war freudestrahlendes Dur eher selten zu hören. Das Konzert begann mit der Hymne „Sanctorum meritis“ des französischen Organisten Jehan Titelouze, die dem frühen Barock zugeschrieben wird. Das dauernde Fortschreiten der Harmonien und das Fehlen von Wiederholungen sind typisch für diese Zeit, aber ungewohnt für unsere Ohren.

Da wirkte das Concerto a-Moll von Johann Sebastian Bach schon wesentlich vertrauter. Eigentlich geht das Werk auf ein Streicherkonzert von Antonio Vivaldi zurück, Bach hatte dies für vier Cembali umgearbeitet. Von acht Händen transkribierte dann der Straßburger Organist Daniel Maurer das Stück für zwei Hände und zwei Füße. Brembeck sagte zuvor, er habe sich sehr darauf gefreut, dieses Stück spielen zu können. Wie so oft bei Bach’scher Orgelmusik entstand vor dem inneren Auge das Bild eines die Wellen durchpflügenden Schiffs. Ein trauriger Anlass war Auslöser für die folgende Komposition Lamento opus 24 von Marcel Dupré: Der 1886 geborene Komponist widmete das Stück einem befreundeten Paar aus Glasgow, das sein Kind verloren hatte. Dazu verwendete er unheimlich tiefe Basstöne zu einer in hohen Lagen gespielten Melodie. Dann kamen weich und tröstlich klingende Mittellagen zum Einsatz, ehe laute und mächtige Wände aus dissonante Akkorden den Schmerz des Verlusts beschrieben.

Es folgte das modernste Stück, Olivier Messiaens „Meditation VIII“. Man könne nicht alle Details des Werks erläutern, meinte Brembeck. Er appellierte aber an die Anwesenden, ihr Herz für dieses Stück zu öffnen. Man konnte aber auch Verständnis aufbringen für jene, denen das nicht gelang. Abgesehen vom sphärisch in die Höhe steigenden Schluss kam das Stück mit vielen Dissonanzen und somit schwer verdaulich daher. Auch das letzte Stück des Programms, Max Regers Phantasie über den Choral „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern“ benutzte zunächst „gruselige“ Akkorde, um, wie Brembeck erläuterte, den „inneren Aufschrei wegen der Dunkelheit des Novembers“ zu verdeutlichen. Dann schälte sich nach und nach die in eine Fuge gefasste Melodie des Chorals heraus. Das Ende des Stück gestaltete sich noch einmal fulminant. Den langen Applaus nahm Brembeck zum Anlass, als Zugabe noch über das Allerheiligen-Lied „Ihr Freunde Gottes allzugleich“ zu improvisieren.

Der Virtuose reizte dabei die Klangmöglichkeiten der Mayer-Orgel voll aus, was viele der Besucher nachhaltig beeindruckte. „Das denkt man gar nicht, was alles in der Orgel drinsteckt“, hörte man beim rausgehen.

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