Filmessay über Tod und Leben

Mit „Der Wert des Menschen“ läuft der Gewinnerfilm der Filmfestspiele von Cannes 2015 am Wochenende in der Kinowerkstatt. Vincent Lindon gewann den Preis für die beste männliche Hauptrolle.

. Laurie Anderson ist eine Geschichtenerzählerin, immer bereit zu staunen und uns staunen zu machen. Jetzt wird "Heart of a Dog", ihr hinreißender Liebes- und Trauerfilm, nochmals in der Kinowerkstatt St. Ingbert gezeigt, und zwar am Samstag, 16. April, um 20 Uhr, am Sonntag, 17. April, um 20 Uhr und am Montag, 18. April, um 18 Uhr.

"Heart of a Dog" (Frankreich, USA 2015 ) ist der zweite Dokumentarfilm der amerikanischen Performance-Künstlerin und Ehefrau der verstorbenen Rocklegende Lou Reed , ein ebenso berührend persönliches, wie virtuos inszeniertes Filmessay über Erinnern, Vergessen, den Tod und das Leben. Ein Gedankenrausch aus poetischen Bildern und existenziellen Fragen. Einen Kurzfilm über ihre Lebensphilosophie sollte sie für Arte drehen, was sie entschieden ablehnte. Na, dann könne sie ja auch etwas anderes machen, über Hunde vielleicht, über ihren Terrier Lolabelle.

Der Film, der aus dieser Idee entstanden ist, heißt "Heart of a Dog", und die Performancekünstlerin, Sängerin und Dichterin Laurie Anderson hat daraus eine Meditation über das Leben gemacht, über den Tod, die Erinnerung und das Vergessen, aber auch über 9/11 und die darauf folgende Allgegenwart von Militär und Überwachungskameras im amerikanischen Stadtbild.

Gewinner der letztjährigen Filmfestspiele von Cannes und ein wichtiger Film ist "Der Wert des Menschen" (Frankreich 2015, Original:"La Loi du Marché), Regie: Stéphane Brizé, mit Vincent Lindon, Yves Ory, Karine de Mirbeck, Matthieu Schaller, Xavier Mathieu, Noël Mairot und Catherine Saint-Bonnet, der am Samstag, 16. April, um 18 Uhr, und am Sonntag, 17. April, um 18 Uhr in der Kinowerkstatt zu sehen ist.

Für seine darstellerische Leistung in "Der Wert des Menschen" wurde Vincent Lindon im offiziellen Wettbewerb des Cannes Filmfestivals 2015 mit dem Preis für die beste männliche Hauptrolle ausgezeichnet. Der Film wurde mit stehendem Applaus gefeiert - neun Minuten lang.

Sinnlose Fortbildungen



Vincent Lindon ist Thierry, 51 Jahre alt, Familienvater und gelernter Maschinist, er ist seit 20 Monaten arbeitslos und befindet sich auf der Suche nach einem neuen Arbeitsverhältnis. Dabei muss er sinnlose Fortbildungen absolvieren und aussichtslose Job-Interviews bestreiten. Immer wieder kommt er an den Punkt, an dem er sich fragen muss, ob er es sich noch erlauben kann, auf seinen Prinzipien zu bestehen.

Als er schließlich eine Anstellung als Kaufhausdetektiv findet, gerät er aufs Neue in ein moralisches Dilemma, das ihn endgültig vor die Wahl stellt, ob er dazu imstande ist, den Gesetzen des Marktes zu gehorchen oder nicht.In Cannes erhielt der Film zudem den Preis der ökumenischen Jury und wurde von Frankreich auf die Short-List für die Einreichungen zum Auslands-Oscar 2016 gesetzt.

Am Montag, 18. April, um 20 Uhr läuft in der Kinowerkstatt für eine bessere Welt "Das brandneue Testament" (Belgien/Frankreich/Luxemburg 2015) von Regisseur Jaco Van Dormael. Jaco Van Dormael erzählt von einer eher untypischen Kleinfamilie: Sie besteht aus Gottvater, Gottmutter und Gotttochter Éa, die zehn Jahre alt ist und ihrem herrschsüchtigen Daddy mal so richtig eins auswischen will.

Sie will nicht mehr mitansehen, wie er die Menschheit mit Kriegen und Katastrophen quält. Deshalb haut sie von Zuhause ab, sammelt eigene Apostelinnen und Apostel um sich und beginnt damit, ein neues Neues Testament zu schreiben. red

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