Tiefgründiger Filmspaß für die ganze Familie

Tiefgründiger Filmspaß für die ganze Familie

Die Kinowerkstatt steht Anfang Januar ganz im Zeichen des Regisseurs Jaco Van Dormael. Die Komödie mit Tiefgang, „Das brandneue Testament“, macht den Anfang. Außerdem wird Van Dormaels Regiedebüt „Toto, der Held“ gezeigt.

In allen Kinos läuft zur Zeit mit großem Zuspruch "Das brandneue Testament" (Belgien/Frankreich/Luxemburg 2015), der neue Film von Jaco Van Dormael, "Das brandneue Testament" läuft weiter, am Freitag, 1. Januar, um 20 Uhr, am Samstag, 2. Januar, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 3. Januar, um 16 Uhr und Montag, 4. Januar, um 18 Uhr. Was für ein Spaß! Regisseur Jaco Van Dormael erzählt von einer eher untypischen Kleinfamilie: Sie besteht aus Gottvater, Gottmutter und Gotttochter Éa, die zehn Jahre alt ist und ihrem herrschsüchtigen Daddy mal so richtig eins auswischen will. Sie will nicht mehr mit ansehen, wie er die Menschheit mit Kriegen und Katastrophen quält.

Deshalb haut sie von Zuhause ab, sammelt eigene Apostelinnen und Apostel um sich und beginnt damit, ein neues Neues Testament zu schreiben. Kino vom Feinsten: einfallsreich und unterhaltsam, mit tollen Darstellern (darunter Benoît Poelvoorde und Catherine Deneuve ), und oben drauf gibt's - wenn man möchte - eine ordentliche Portion Tiefgang: Der Film zeigt, wie selten Menschen ihr Leben nach ihren Herzenswünschen gestalten und wie groß das Glück ist, wenn sie es denn endlich wagen. Aber auch ohne philosophischen Touch ist die Komödie ein echter Kino-Leckerbissen: mit leichter Hand sehr unterhaltsam inszeniert und proppenvoll mit unfassbar guten Gags. Der Film schafft die Balance zwischen Polemik und Poesie - mithin ein Geschenk für wirklich die ganze Filmfamilie.

Preisgekröntes Erstlingswerk

Die Kinowerkstatt spielt aus ihrem Filmarchiv den ersten Spielfilm von Jaco von Dormael ("Das brandneue Testament") "Toto, der Held" (B/F/D, 1991), die Tragikomödie über ein verträumtes Leben und gleichzeitig das Regiedebüt des belgischen Regisseurs. Der Film erhielt zahlreiche Preise: 1991 die Caméra d'Or (ein Preis für Nachwuchsregisseure) bei den Filmfestspielen in Cannes (sowie den Publikumspreis), den "Charlie Chaplin Award" in Edinburgh, einen 'César' als bester ausländischer Film und den Europäischen Filmpreis als bester junger Film, für das beste Drehbuch, die beste Kamera und für Michel Bouquet als den besten Darsteller. Zu sehen ist "Toto, der Held" am Samstag, 2. Januar, um 18 Uhr, am Sonntag, 3. Januar, um 18 und 20 Uhr und am Montag, 4. Januar, um 20 Uhr.

Der achtjährige Thomas, genannt Toto (Thomas Godet), ist ein aufgewecktes Kind und seit jeher davon überzeugt, dass er bei seiner Geburt mit dem ungleich besser situierten Nachbarssohn Alfred (Hugo Harold-Harrison) vertauscht wurde.

Als nunmehr 80-Jähriger fühlt sich Toto (Michel Bouquet) um das erfolgreiche und aufregende Leben, das er eigentlich hätte führen sollen, betrogen - stattdessen hat er ein ereignisloses Dasein als Landvermesser gefristet und lebt inzwischen im Altersheim. Der Greis reflektiert sein Leben und sinniert über die vergangenen Zeiten, bis er zu dem Schluss kommt, dass es Zeit ist, sich sein "wahres" Leben zurückzuholen.

kinowerkstatt.de