Baustellen: Eine Baustelle reiht sich an die nächste

Baustellen : Eine Baustelle reiht sich an die nächste

Lange Staus und zäh fließender Verkehr sorgen derzeit wieder von Kirkel bis Einöd für Unmut bei den Anwohnern und bei den Verkehrsteilnehmern.

Was haben derzeit Einöd, Limbach, Kirkel, Altstadt oder Homburg gemeinsam? Baustellen! Ob auf der Kaiserstraße, an der Kreuzung in Limbach und Kirkel-Neuhäusel, in der Frühlingstraße in Einöd oder an der Kirrberger Straße in Homburg. Überall wird über oder unter der Straße gearbeitet. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), der Kreis, die Stadt, die Stadtwerke und der Entsorgungsverband Saar (EVS) sind dafür verantwortllich, dass, wie schon so oft in den vergangenen Jahren, der Unmut über die Baustellen wächst. Dabei hat es eine Baustelle immer schwer: Sie ist eigentlich nie willkommen. Vor allem nicht auf den Hauptverkehrsadern. Und wenn tausende Autos auf den Straßen unterwegs sind, dann ist das Nervenkostüm der Autofahrer strapaziert. So mancher Fluch über „unfähige Verkehrsplaner“ und „Schreibtischtäter“, geschweige denn andere wüste Beschimpfungen, wurden und werden oft im zähen Berufsverkehr am Morgen oder am Abend ausgesprochen.

Eines der größten Hindernisse sind schon seit einigen Wochen die umfangreiche Bauarbeiten des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) im Bereich des Ortsausgangs Altstadt in Richtung Limbach. Dort, in den Wiesen am Bliesufer, wird mit einem Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro die Regenwasser-Behandlung als Teil der Abwasseranlage Limbach saniert. Konkret geht es darum, auf Starkregen-Ereignisse mit einer entsprechend dimensionierten Anlage zum zwischenzeitlichen Aufstauen großer Wassermengen zu reagieren, so der EVS in einer Stellungnahme. Bei der Maßnahme handelt es sich um den Neubau eines Regenüberlaufbeckens durch den EVS in Verbindung mit Kanal- und Leitungsarbeiten.

Für die Verkehrsregelung, die auch eine Vollsperrung in Altstadt vorsieht, samt Umleitung über die Kaiserstraße ab der Limbacher Kreuzung, ist der Saarpfalz-Kreis zuständig. Jeden Tag gibt es auch aufgrund der Ampelregelung ellenlange Staus in Richtung Homburg und nach Kirkel-Neuhäusel. Stellvertretend für viele genervten Pendler sagt Sascha Winkelmann, der von Friedrichsthal täglich zur Arbeit nach Homburg fährt: „Das ist ein einzige Katastrophe. Es raubt mir jeden Tag den letzten Nerv.“ Auf Anfrage erklärte die Pressestelle des Kreises: „Die Arbeiten wurden vom Saarpfalz-Kreis, Fachbereich 14 Verkehrswesen in Abstimmung mit dem Landesbetrieb, der Polizei und der Gemeinde abgestimmt und genehmigt. Die Arbeiten werden am 12. November abgeschlossen sein, so dass ab 13. November die Beeinträchtigungen durch die Baustelle zu Ende sind.“

Zu den täglichen Verkehrsprobleme trägt auch in Kirkel-Neuhäusel seit Montag die Vollsperrung der Umgehungsstraße (L 113) im Bereich der Einmündung in die Kaiserstraße (L 119) bei. Der LfS hat dort im Oktober mit der Sanierung der Landstraße begonnen. Im Landesbetrieb hieß es, dass man beim Abfräsen festgestellt habe, dass aufgrund des maroden Unterbaues noch rund 15 Meter der L 114 mit instand gesetzt werden müssten. Würde man dies nicht sanieren, könnten etwa größere beziehungsweise längere Lkw nicht ohne Gefährdung der Verkehrs- und Arbeitsstellensicherheit die Straße umfahren. Ein Unfall am vergangenen Freitag habe dies deutlich vor Augen geführt, so der LfS, der „das Einvernehmen der unmittelbar beteiligten Stellen wie Verkehrsbehörde, Gemeinde Kirkel, ÖPNV und Polizei“ eingeholt habe. Dabei habe der ÖPNV nur zugestimmt, wenn die Vollsperrung aus Richtung Lautzkirchen unmittelbar nach der Blieskasteler Straße eingerichtet wird, damit während der Bauzeit die Strecke Blieskastel – Neunkirchen bedient werden könne.

In Einöd kann man ein Lied von Baustellen singen: Dort gab es in den vergangenen drei Jahren gleich mehrere Baustellen: an der B 423, an der Autobahn A 8 und in der Ortsmitte. Die Folgen waren immer wieder Staus, Staus und wieder Staus. Aktuell arbeiten die Stadtwerke Homburg in der Straße Am Asenbühl, Frühlingstraße und Am Breitenstein, zuletzt Am Kandelgrund und Kästenbergstraße. Hier werden überall die Trinkwasserleitungen erneuert. Jürgen Schirra, Pressesprecher der Stadtwerke, erklärte: „Wir sind überall im Plan, bis Ende des Jahres sind wir hier fertig.“ Auch in Homburg kämen die Leitungsarbeiten in der Kaiserlauterer Straße, Karlsbergstraße, Hopfenweg und Haydenstraße gut voran, auch wenn das Wetter oftmals die Bauarbeiten behindert hatte. In Bruchhof in der Kehrbergstraße und Kaiserlauterer Straße sollen die Arbeiten bis Ende November beendet sein.

Zu guter Letzt: Seit Montag findet nach Angaben der Homburger Ortspolizeibehörde „in offener Bauweise eine Kanalsanierungsmaßnahme in der Kaiserstraße statt“. Ein Einfahren in die Kaiserstraße von der Bexbacher Straße ist wegen der Vollsperrung nicht mehr möglich. Eine Umleitung, die über Bexbacher und Saarbrücker Straße führt, sei ausgeschildert. Im Frühjahr 2018 sollen die Arbeiten beendet ein.

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