Drei Stelen für Herbitzheim

Auf dem Herbitzheimer Friedhof gibt es nun auch Urnenstelen. Pastoralreferent Klaus Scheunig segnete sie und übergab sie ihrer Bestimmung. Durch Veränderungen in der Beerdigungskultur werden Urnenbestattungen immer gefragter.

Mit einer schlichten Feier wurde die Drei-Urnen-Stelenanlage auf dem Herbitzheimer Friedhof ihrer Bestimmung übergeben. Kurz zuvor hatte die erste Urnenbestattung bereits stattgefunden. Pastoralreferent Klaus Scheunig segnete die siebte ihrer Art in der Gemeinde Gersheim. Zuvor waren seit Anfang 2013 schon solche Stelen in Gersheim, Niedergailbach, Reinheim und Walsheim in der Regie der jeweiligen Ortsräte aufgestellt worden. Begonnen hatte die Gersheimer "Urnenwandkultur" durch eine private Schenkung. Vor acht Jahren hatte eine Familie für den Friedhof Medelsheim eine Urnenwand gestiftet. Der Gersheimer Gemeinderat hatte bei der Gestaltung der Urnenwände den Ortsräten bewusst ein Mitspracherecht eingeräumt, damit die eigenen Vorstellungen umgesetzt werden könnten und somit auch den örtlichen Gegebenheiten und Erfordernissen Rechnung getragen werden könne. Herbitzheims Ortsvorsteher Hans-Jürgen Domberg hob in seiner Ansprache während der Feier in Herbitzheim die Veränderungen in der Bestattungskultur heraus. Seien früher die Urnenbestattungen in der Bliesgauregion eher eine Seltenheit gewesen, so hätten sie in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Auch die Veränderungen in der Gesellschaft, in der früher üblicherweise drei Generationen unter einem Dach lebten und die Grabpflege in Händen der Familie geblieben sei, habe sich grundlegend gewandelt. Deshalb sei es folgerichtig, die neue Bestattungsart, bei der Pflegearbeiten nur in sehr beschränktem Umfang wenn überhaupt notwendig seien, anzubieten.

Er dankte insbesondere dafür, dass die Stelen noch auf dem alten Friedhofsteil inte griert werden können, und dass die Mitarbeiter des Gemeindebauhofes das Umfeld gestaltet hätten. Gersheims Erster Beigeordneter Klaus Fischer erläuterte, dass mit den Stelen zehn Kammern entstanden seien, in denen maximal 20 Bestattungen vorgenommen werden könnten. Auch betonte er, dass mit der Anlage ein neuer Ort der Begegnung nach den Wünschen des Ortsrates entstanden sei, an dem Verstorbenen in Andacht gedacht, sich an sie erinnert werden könne.

Die Gebühren der Urnenkammer belaufen sich bei einer Ruhefrist von 30 Jahren auf 2560 Euro, bei 15 Jahren auf 1280 Euro. Ein Urnengrab auf dem Friedhof kostet bei der 30-jährigen Belegung 818 Euro, bei 15 Jahren 409 Euro. Als letzte Anlage zur Urnenbestattung wird in den nächsten Monaten Seyweiler folgen.