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„Man wird vom Klang der Orgel überrascht sein“

„Man wird vom Klang der Orgel überrascht sein“

Die Walcker-Orgel in Mimbach steht vor ihrer nächsten Sanierung. Bis ins Jahr 2017 sollen die Arbeiten anhalten. Jetzt haben sich Experten im Bliestaldom getroffen und in die Zukunft des Instruments geblickt.

Die protestantische Kirche in Mimbach wird wegen ihrer Größe auch Bliestaldom genannt. Das Kirchengebäude von 1767/1769 gilt als die bedeutendste Anlage des protestantischen Kirchenbaus jener Zeit in der Region. Auf der Westempore der Kirche befindet sich eine bedeutende Orgel von der berühmten Orgelbaufirma Walcker aus Ludwigsburg. Bei der Walcker-Orgel handelt es sich um die erste, komplett nach dem Kegelladensystem erbaute Orgel im Saarland. Das 1860 gebaute Instrument verfügt über 16, auf zwei Manuale und ein Pedal verteilte Register. Der Spieltisch befindet sich seitlich am Orgelgehäuse.

Bei einer Restaurierung 1965 wurde die Orgel, die ursprünglich für einen grundtönigen, romantischen Klang angelegt war, in einen spitzen neo-barocken Klang überführt. "Diese Umbau-Restaurierung hat der Orgel wohl mehr geschadet als genutzt", stellte Gero Kalschke heraus. "Glücklicherweise sind trotz des Umbaus noch drei Viertel der Originalsubstanz vorhanden".

Gero Kaleschke ist Orgelbauexperte der evangelischen Kirche der Pfalz. Er referierte dieser Tage über die geplanten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Eingeladen hatte dazu der saarländische Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalpflege, Ulrich Bollert, der auch Miriam Moldoveanu von Saartoto begrüßen konnte. Die Stiftung und Saartoto unterstützen die Restaurierung mit 48 000 Euro. Sie ist eines von 43 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung allein im Saarland fördern konnte.

Mit dabei beim Ortstermin war auch Klaus Hoffmann, protestantischer Pfarrer von Hornbach und Vorsitzender der Herzog-Wolfgang-Stiftung, die die Sanierung der berühmten Orgel ebenfalls unterstützt. Daneben auch Pfarrerin Ines Weiland-Weiser, Organist Rudi Hertel sowie Mitglieder des Presbyteriums. Wie Orgelexperte Kaleschke ausführte, sei es lohnend, die Orgel zu restaurieren: "Man wird sowohl über den Klang der Orgel überrascht sein wie auch über das Erscheinungsbild", wagte der Orgelfachmann schon einen optimistischen Blick in die Zukunft. Die Sanierung wird bis mindestens ins Jahr 2017 reichen. Um Mittel für die Instandsetzung der Orgel einzuwerben, gründete sich 2010 der "Verein zur Rettung und Erhaltung der Kirchenorgel in Mimbach . "Wir haben 206 000 Euro bisher gesammelt, veranschlagt ist die Renovierung mit 182 000 Euro", erläuterte die Mimbacher Pfarrerin Weiland-Weise. "Es ist sehr gut, dass man noch eine gewisse finanzielle Reserve hat", lobte auch Gero Kalschke. Schließlich sei die Orgel "ein technisches Gerät", bei dem man auch Wartungskosten einkalkulieren müsse.