Familienzentrum vor dem Aus

Spätestens Ende des Jahres ist das Familienzentrum Bliestal im „Haus des Bürgers“ in Blieskastel Geschichte. Die als Verein organisierte Einrichtung hat vor einigen Tagen ihre Auflösung beschlossen. Es fehlte an jüngeren Vorstandsmitgliedern, Helfern und am Ende auch an Resonanz bei den Veranstaltungen.

Am 15. April 2002 war das Familienzentrum Bliestal e.V. gegründet worden. Die Initiative war von einigen engagierten Frauen um die damalige Frauenbeauftragte der Stadt Blieskastel , Annelie Faber-Wegener, ausgegangen. Die blieb dem Verein bis zum jetzt doch bitteren Ende eng verbunden, war auch als Bürgermeisterin seit 2005 als Beisitzerin im Vorstand dabei. Es sollte damals eine Plattform für die Bedürfnissen von Familien und deren Mitgliedern, vom Kleinkind bis zu den Großeltern geschaffen werden. Ihnen sollte mit Veranstaltungs- und Beratungsangeboten vom Häkeln bis zu Erziehungstipps im Alltag geholfen werden. Schauplatz war in der Regel das Café im ehemaligen Amtsgericht, erreichbar durch einen Seiteneingang von der Florianstraße aus. Die Verantwortlichen waren zunächst mit großem Eifer bei der Sache, mühten sich um ein breites Angebot. Finanziert wurde alles hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus Veranstaltungen . Doch bereits bei der Feier des zehnjährigen Bestehens im Mai 2012 waren erste Klagetöne aus den Geburtstagreden herauszuhören. "Wir wünschen und jetzt aber mehr jüngere Leute mit neuen Ideen", wurde etwa die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Doris Buhr, in unserer Zeitung zitiert. Dieser Wunsch wurde nicht erfüllt, wie Gabriele Schwartz, seit 2003 Vorsitzende und "Seele" des Familienzentrums, in dieser Woche bestätigte. "Viele unserer Ziele wurden inzwischen von anderen Einrichtungen und Vereinen übernommen und auch der demografische Wandel machte sich bei uns deutlich bemerkbar." Die "Kundschaft des Familienzentrums wurde immer älter, jüngere rückten nicht nach, auch im Vorstand und bei den Helfern nicht. "Am Ende musste ich mit einem harten Kern von vier Helfern alles stemmen", so Schwartz. Den Ausschlag gaben schließlich ganz private Entwicklungen bei den Vorstandsmitgliedern. Gleich mehrere Todesfälle in der Familie zwangen Gabriele Schwartz, sich beruflich neu zu orientieren. Die 2. Vorsitzende Meta Lermann zog um und gab auch ihren Job als Behindertenbeauftragte der Stadt auf. Doris Buhr ging als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt in Rente und auch Schriftführerin Ellen Schunck und Kassenwartin Margit Wendel wollten aus privaten Gründen nicht mehr weitermachen. An Ende blieb nur die einstimmig beschlossene Vereinsauflösung. Das Vermögen des Vereins wird caritativen Zwecken zugeführt. Das Café wird bis Ende des Jahres ebenso weiterlaufen wie die bereits terminierten Seminare und Workshops. Das noch recht beliebte "Halloween"-Event wird allerdings nicht mehr stattfinden. Die Blieskasteler Stadtbücherei wird Gabriele Schwartz im Rahmen eines 450-Euro-Jobs weiter leiten. Wie es mit den vom Familienzentrum von der Stadt angemieteten Räumen im "Haus des Bürgers" weitergeht, steht noch nicht fest. Gabriele Schwartz hatte in den vergangenen Tagen in der Sache ein Gespräch mit der Peter- und Luise-Hager-Stiftung.