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Kritik an Rehlingers Bahn-Politik
Nur Schnecken-Tempo bei S-Bahn Homburg-Zweibrücken?

Der Hauptbahnhof Zweibrücken.
Der Hauptbahnhof Zweibrücken. FOTO: Lutz Fröhlich
Saarbrücken/Überherrn. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Nachdem bekannt geworden ist, dass erst ab Mitte 2023 statt wie bisher geplant 2021 wieder S-Bahn-Züge auf der reaktivierten Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken über die Ländergrenze Saarland/Rheinland-Pfalz rollen sollen, hat die Bürger-Initiative Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux aus Überherrn schwere Vorwürfe an die Adressen der beiden Landesregierungen in Saarbrücken und Mainz erhoben. „Ich bleibe dabei: es dauert viel zu lange und der Witz, dass mit zwei Bundesländern die Planung schwieriger sei, ist einfach genial“, sagte der Sprecher der Bürger-Initiative Erhard Pitzius gegenüber der SZ. Bahn-Experte Pitzius führt ein Beispiel an, bei dem sich zeige, wie schnell auch grenzüberschreitende Bahnlinien reaktiviert werden könnten. „Nehmen wir mal die Bahnstrecke Oberkotzau - Selb - Plößberg - As (Asch), also Deutschland - Tschechien“, erklärte Pitzius.  2011 habe es einen Bürgerentscheid für die Reaktivierung in Deutschland gegeben, Tschechien stimmte demnach der Reaktivierung zu. Das Planfeststellungsfahren sei  2013 fertig gewesen, der Streckenbau 2015. „Ab Fahrplanwechsel 13. 12. 2015 rollten die ersten Züge“, betonte Pitzius.  Die Streckenlänge der reaktivierten Bahnlinie Bayern-Tschechien  betrage 7,5 Kilometer.


„Dies mal als Vergleich zu Homburg - Zweibrücken, da doktert man schon seit Jahrzehnten rum und es sind auch nur etwas mehr als elf Kilometer, zumal die Gleise zwischen Einöd und Zweibrücken schon liegen und mitbenutzt werden. Also auch hier werden nur 7,5 Kilometer reaktiviert“, so Pitzius.

 Und ein Blick in die Historie der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken zeige: Die Aktionäre beschlossen am 17. Oktober 1855 den Bau. Die Bauarbeiten begannen am 1. Juni 1856, am 7. Mai 1857 rollte der erste Dampfzug.