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Tischfußball
Abstieg für OTC-Herren, Damen weiter erstklassig

Bonn/Ottweiler . Von David Benedyczuk

Zwei Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg hat es die Tischfußballer des OTC Ottweiler erneut erwischt: Im Maritim-Hotel in Bonn verlor das Team von Kapitän Marco Kuc am Sonntag das Abstiegsendspiel der 2. Tischfußball-Bundesliga gegen den BSC Überbande Hamburg mit 6:8 und muss die bundesdeutsche Bühne bis auf weiteres verlassen. „Wir hatten alle zu starke Schwankungen im Spiel. Unser Mix aus jungen und erfahrenen Akteuren hat nicht so funktioniert wie erhofft. Das war einfach nicht genug, nachdem wir schon nur zu siebt angereist sind und mit Kevin Schulz und Chuchrat Compaengjan auf zwei Leistungsträger krankheitsbedingt verzichten mussten“, blickte Kuc enttäuscht auf das bittere Wochenende für die OTC-Herren.


Am Samstag hatte Ottweiler in einer Vierergruppe zunächst die vorzeitige Rettung knapp verpasst. Nach einem 3:11 gegen Fivebar St. Pauli gewann man Spiel zwei mit 9:5 gegen die TFF Kleinwallstadt. Ulf Gabriel im Einzel sowie die Doppel Peter Thiry/Silas Reimann und Alexander Becker/Stephan Peter legten mit Siegen sowohl am Heimfabrikat „Bonzini“ als auch am gegnerischen Tisch die Basis zum Erfolg. Dem hätte im letzten Gruppenspiel gegen Paderwahn Paderborn ein weiterer folgen müssen, doch nachdem Kuc/Gabriel auf 7:5 gestellt hatten, verloren Becker/Peter ihre Partien zum 7:7-Endstand. Das schlechtere Spielverhältnis bescherte Ottweiler letztlich nur Rang drei – und die Abstiegsrunde am Sonntag.

Dort half es auch nichts, dass der OTC-Vorsitzende Claus Cornelius eigens nachgereist war, um das Team im Abstiegskampf zu unterstützen. Ein 5:9 gegen den TFC Staufenberg verwehrte den Saarländern die direkte Rettung. Danach konnten sie den Abstieg mit einem 8:4 über Kleinwallstadt noch abwenden, ehe gegen Hamburg ein Happy End ausblieb. Ein 2:0-Sieg von Cornelius im Einzel war nach zwei Nullrunden von Gabriel/Reimann zu wenig. „Wir hatten hinten raus noch die Chance, waren aber einfach zu ersatzgeschwächt und vor allem am Heimtisch schlicht nicht gut genug“, befand Cornelius.



So tief der Frust auch sitzt, Ottweiler sollte ihn rasch abschütteln, denn am Samstag wartet im Saisonfinale der saarländischen Leistungsliga der erste Schritt zu einer schnellen Bundesliga-Rückkehr. Der OTC ist dank des gewonnenen Direktvergleichs mit dem punktgleichen TFC St. Wendel aktuell Spitzenreiter. Bleibt das so, darf er Anfang 2019 in der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga antreten, wo drei Plätze vergeben werden. Kuc betont: „Der direkte Wiederaufstieg ist jetzt unser Ziel.“

Anders als die Herren haben die Ottweiler Erstliga-Damen die Mission Ligaverbleib erfüllt. Das Team um Kapitänin Jennifer Fuchs bleibt eine weitere Saison im deutschen Oberhaus, obwohl es in Bonn sehr bescheiden lief. Nur ein Sieg und ein Remis holten die OTC-Damen aus den sechs verbleibenden Vorrundenpartien, in die sie mit drei Siegen und sechs Niederlagen gegangen waren. Als 13. von 16 Teams musste Ottweiler in die Abstiegsrunde. Dort aber glückte am Sonntag mit dem 6:4 über die Hamburg Deerns die Rettung. Fuchs sorgte mit ihrem 2:0 im Einzel für den Durchbruch. „Wir waren krankheitsbedingt arg geschwächt, daher ist der Ligaverbleib alles andere als selbstverständlich – das war ein magischer Moment“, sagte die Kapitänin, nachdem die trotz Krankheit nachgereiste Katrin Hinsberger im Doppel mit Nicole Gabriel alles klar gemacht hatte. Anders als bei den Herren wurde bei Ottweilers Frauen ausgiebig gefeiert.